„Mittendrin statt nur dabei“ - CCD am Ring

Text: Michael Roth
Fotos: Michael Roth, Jürgen Schemel und Kirsten Schmidt
Online seit: 24.August 2016

Historic Trophy 2016Am dritten Juni-Wochenende war es endlich wieder soweit. Das mittlerweile schon traditionelle Mitglieder-Treffen des CCD an ebenso traditionsreicher Stätte in der Eifel erfuhr seine Auflage des Jahres 2016. Auf dem Nürburgring fand erneut die Historic Trophy statt. Und wieder waren wir buchstäblich: „Mittendrin statt nur dabei!“
Das mir diese tolle Veranstaltung sehr am Herzen liegt, dürfte den meisten von euch ja bekannt sein. In diesem Jahr war ich nun zum zweiten Mal für die Organisation des Treffens zuständig. Dies bedeutete natürlich für mich, dass im Vorfeld, während und nach der Veranstaltung ein „bissel“ Arbeit auf mich zukam. Absprachen mit dem Veranstalter DAMC05, Erstellung der Einladungen, Bearbeiten der Anmeldungen, Bestellung des Festzeltes, Bereitstellen des Equipments, Absprache mit den Club-Kollegen, die mich für dieses Event tatkräftig unterstützten und einiges mehr. Das möchte ich aber hier nur als meine Aufgabe als CCD-Vorstandsmitglied erwähnt haben und mich bei dieser Gelegenheit auch nochmal herzlich bei den entsprechenden Personen für die Hilfe bedanken.

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„Ja – moin moin erstmal!“

Text: Guido Heisner
Fotos: Gerhard Kleetz und Elisabeth Unglert
Online seit: 21.August 2016

2. Internationales Capri Treffen Selent 2016Wat mutt dat mutt! Für das Wochenende vom 29.-31. Juli 2016 lud die Capri IG Schleswig-Holstein ins beschauliche „Schläfrig-Holstein“ zum 2. Internationalen Capri-Treffen ein. Am Selenter See hatten unsere nordischen Capri-Enthusiasten den kleinen Campingplatz in ein Eldorado für uns verwandelt.

Capri Treffen Selent 2016Zunächst stand aber die Organisation des Ganzen an. Erfahrung hatten unsere „Walrösser“ (Antje – NDR 3) ja schon im Jahr 2013 gesammelt. Dennoch wurde dieses Treffen akribisch vorbereitet: insgesamt 13 Monate dauerten die Vorbereitungen und der Planungsstab traf sich 10 Mal (...oder wollten die nur einen lütten Epi supen?). Michael von Husen hatte die Aufgabe des Lotsen übernommen und die gesamte schleswig-holsteinische Mannschaft sicher durch den „Planungsstrom“ gefahren. Alle brachten sich mit Ideen für dieses tolle Wochenende ein. Beim Treffen selbst standen 7 Helfer und 14 Mitglieder (weiblich / männlich) sprichwörtlich „Gewehr bei Fuß“, um allen ein schönes und entspanntes Wochenende zu bereiten.

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Rheinbach Classics - Motoren, Musik und Petticoats

Text: Frank Lehmann
Fotos: Kirsten Schmidt
Online seit: 22.Juli 2016

Rheinbach Classics 2016Wenn die Innenstadt von Rheinbach bei Bonn aus allen Nähten platzt, wenn rund 21.000 gut gelaunte erwartungsfrohe Menschen an einem einzigen Sonntag das Terrain bevölkern, wenn 700 Oldtimer die Atemluft in eine benzingeschwängerte Atmosphäre verwandeln, dann, ja dann sind Rheinbach Classics: Die Gute Laune-Veranstaltung ging zum 11. Mal ins Rennen und überzeugte auf der ganzen Linie. So lebendig wie in diesem Jahr war's noch nie.
Drei Tage lang dauerte das Spektakel, das aus der eher beschaulichen Kleinstadt "den" Hot Spot für Menschen macht, die Erinnerungen an ältere Autos auffrischen wollen, Rallyes mit 130 Autos über 140 Kilometer lieben oder Petticoats mögen.

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Das Motorsport-Automobil des Jahres 1981

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Mitarbeiterzeitschrift "fordreport" Juni 2016
Foto: fordrepeort

 Online seit: 06.Juli 2016

Das Motorsport-Automobil des Jahres 1981

Trotz der mächtigen, ja sozusagen brachialen und ungewöhnlichen Karosseriegestaltung erkennt man im Ford Capri Turbo Gruppe 5 noch das Serienfahrzeug.

Auf Basis des Ford Capri 3 entwickelte das Ford-Rennsportteam unter Leitung von Thomas Ammerschläger das bis zu 650 PS leistende Auto für die Deutsche Rennsport-Meisterschaft. Das Tuning-Unternehmen Zakspeed unterstützte die Entwicklung, wobei man bei der Konstruktion der Karosserie ganz neue Wege ging. 70 Meter Aluminiumrohr wurden auf einer Richtplatte verarbeitet, die praktisch das Chassis bilden und die Stabilität des Fahrzeugs gewährleisten. Daran verschweißten die Tuner obere Teile des Original Capri, die dem Fahrzeug seine unverkennbare Form verleihen. Die Bodenplatte aus Aluminium ist glatt und wie bei der Formel 1 verklebt.

Das Fahrzeug bringt, wie vom Reglement vorgeschrieben, 750 Kilo auf die Waage. Um das Gewicht möglichst nach hinten zu verlagern, wurden Öl- und Wasserkühler ins Heck des Capri verlagert. Der 4-Zylinder-Motor mit zwei oben liegenden Nockenwellen leistet bis 9.000 Umdrehungen bei etwa einem bar Ladedruck. Diesen konnte der Fahrer während des Rennens mit dem so genannten „Dampfrad“ im Cockpit verändern. Dadurch erreichte das Rennfahrzeug Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Bei einem solchen Tempo spielt natürlich der Abtrieb eine entscheidende Rolle.

Dafür sorgen mächtige Front- und Heckspoiler sowie der imposante „Diffusor“, der die Luftströme am Heck entsprechend beeinflusst.

Potential des Rennfahrzeugs erkannt
Premiere des Capris war im Juli 1978 beim Großen Preis von Deutschland am Hockenheimring. „Obwohl Hans Heyer mit Motorschaden nach der vierten Runde ausschied, war das Potential des Rennfahrzeugs erkannt“, erinnert sich der Ford-Motorsport-Experte Wolfgang Laufer. Den ersten Sieg holte Heyer dann auch bereits im gleichen Jahr beim Supersprint auf dem Nürburgring. In zwei verschiedenen Renndivisionen trat der Capri mit unterschiedlich leistungsstarken Motoren an. Die Motorsport-Experten verfeinerten die Konstruktion noch weiter, etwa durch Veränderungen an der Rohrrahmen-Konstruktion, dem Einsatz leichterer Materialien wie Magnesium und Optimierung des Unterbodens zur Verstärkung des so genannten Bodeneffekts. Die akribische Arbeit wurde von Erfolgen belohnt: Klaus Ludwig wurde mit dem Capri 1980 Deutscher Rennsport Meister. 1981 wählte das Fachpublikum das Fahrzeug zum „Motorsport-Automobil des Jahres“. Danach ging die Ära der Turbo-Capris langsam zu Ende.


Die Konkurenz für Porsche

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Mitarbeiterzeitschrift "fordreport" Mai 2016
Foto: U. Nerger

 Online seit: 06.Juli 2016

Wolfgang Laufer mit dem Capri RS

In einer neuen Serie stellt der fordreport künftig in loser Folge Glanzlichter aus der Motorsport-Geschichte von Ford Deutschland vor. Als Beispiel dienen Modelle aus dem Bereich Ford Classic Cars, der zur Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit gehört.

1969 gründete Ford in Deutschland eine eigene Motorsport-Abteilung, die im Imbert-Gebäude ansässig wurde, wie Wolfgang Laufer (Foto), Experte für Ford Rennfahrzeuge, über „Turbos, Technik und Typen“ erzählt. Dem damaligen Motorsport-Direktor Max Ueber gelang schnell der erste Coup: Er holte Jochen Neerpasch als Rennleiter, der vorher als Werkfahrer von Porsche große Erfolge errungen hatte. Das zum Team passende Auto war der Ford Capri. Als Basis für den Rennsport nahm man das Serienmodell mit 2,3-Liter V 6-Motor. Mit einigen Modifikationen an Motor, Getriebe und Fahrwerk bereiteten die Techniker den Capri in der Motorsport-Werkstatt im Werk auf Rallye- und Rundstreckeneinsätze vor. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Und schon bald entwickelten die Ingenieure eine neue sportliche Capri-Variante, die auch als Straßenversion auf dem Markt kam: Den RS mit 2,6-Liter V 6 Motor. Damals eine Besonderheit: Die Kugelfischer-Einspritzanlage. Außerdem wurden Feinheiten wie die Zwei-Rohr-Auspuffanlage mit Fächerkrümmer, tiefer gelegtes Fahrwerk mit sportlicher Abstimmung und breitere Reifen auf Alufelgen verbaut. Dieses Fahrzeug konnte den wesentlich teureren Porsche-Modellen durchaus Konkurrenz machen.

Mehr Leistung, mehr Kraft
Der Capri RS bildete die technische Basis für den Renncapri. Ford beauftragte einen renommierten Motortuner, die Firma Weslake, den V6 auf mehr Leistung zu trimmen. Die Spezialisten holten bis zu 340 PS aus dem Aggregat. Dieser Kraft musste natürlich auch das Fahrwerk angepasst werden.

Verbreitete Kotflügel deckten die überdimensionalen Räder ab. Die Ford-Rennexperten modifizierten den nun von Ford in der Gruppe II eingesetzten Capri weiter: Thomas Ammerschläger zum Beispiel fügte der eigentlich starren Hinterachse Federbeine hinzu. So entsprach sie einerseits, wie vom Reglement gefordert, den Serienbauteilen, war aber anderseits den steigenden Anforderungen im Motorsport gewachsen – eine grandiose Idee. Eine weitere Steigerung der Motorleistung übernahm die Firma Cosworth, bekannt für ihre erfolgreichen Ford-Formel 1-Aggregate.
Der in der Serie verbaute 3,0-Essex wurde auf 3,4 Liter aufgebohrt. Verstärkter Motorblock, neu entwickelte Zylinderköpfe mit vier oben liegenden Nockenwellen und 24 Ventilen und offene Lufttrichter steigerten die Leistung weiter. Der Motor wurde aus Gewichtsgründen nach hinten versetzt. Die Ölversorgung konnte nicht über eine normale Ölwanne gewährleistet werden – bei hoher Kurvengeschwindigkeit wäre der Motor trocken gelaufen. Nachschub kommt über Pumpen aus einem Ölbehälter im Kofferraum, die den Motor direkt mit Schmierstoff versorgen. Die Wasserkühler sind in den hinteren Radkästen untergebracht. Die Karosserie erhielt markante, dem Reglement entsprechende Spoiler.
Viele berühmte Rennfahrer begannen bei Ford ihre Karriere und feierten im Cockpit des Capris Erfolge wie die Deutsche Rennsport-Meisterschaft und die Tourenwagen-Europameisterschaft: Dieter Glemser, Jochen Maas, Nicky Lauda, John Fitzpatrick, Toine Hezemans oder Klaus Ludwig, um einige zu nennen.