Text: Robin Stier
Fotos: Capri Club Westerholt
Online seit: 22. Dezember 2017

Wenn der eigene Vater Capri fährt, beide Eltern engagierte Mitglieder in einem Capri Club sind, ist der eigene Weg ja praktisch vorgegeben. Ich heiße Robin Stier, bin 19 Jahre alt und Capri-Fahrer.

Eigentlich hätte ich gerne einen schwarzen II-er gehabt. Hat nicht geklappt. Obwohl: bei der Farbe schon. Ich kannte das Auto. Ein früheres Mitglied des Capri Club Westerholt hatte schon vor vielen Jahren das Hobby Capri aufgegeben. Dirk Zentara und Andreas Berger, die beiden CCW-Vorstände, kauften damals das Auto. Seit 2009 stand es bei uns in der Halle, war zum Ausschlachten vorgesehen.

Wirklich sein Lenkrad: RS gleich Robin Stier. Ob auch die Eltern bei der Namensgebung einst so dachten?

Wirklich sein Lenkrad: RS gleich Robin Stier. Ob auch die Eltern bei der Namensgebung einst so dachten?

Es ist ein schwarzer Super GT, der im November 1984 vom Band gelaufen war und einen Monat später angemeldet wurde. Er besitzt noch den originalen zwei Liter-OHC-Motor mit 101 PS.

Als mein 18. Geburtstag und damit der Führerschein so langsam in Sichtweite kamen, boten Dirk und Andreas mir den Capri an. Ich habe nicht lange über dieses Angebot nachgedacht und Silvester 2015 war der Capri in meinem Besitz. Das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht TÜV-tauglich und musste erst instandgesetzt werden. Mein Wille war es, das Auto bis zum Sommer 2016 straßentauglich zu bekommen.

Robin Stier hatte keine Chance, dem Capri zu entkommen - Eltern und Club sei Dank.

Robin Stier hatte keine Chance, dem Capri zu entkommen - Eltern und Club sei Dank.

Die farblich veränderten Rückleuchten stehen dem schwarzen Capri gut.

Die farblich veränderten Rückleuchten stehen dem schwarzen Capri gut.

Jede freie Minute las ich Ford-Bücher, informierte mich bei den Clubmitgliedern und zu meinem Glück half mir auch mein Vater, Holger Stier, der selbst drei Capris hatte und davon noch zwei besitzt. Sein zweiter Capri war auch ein Super GT, der aufgrund von zu viel Rost verschrottet werden musste.

Die ganze Leserei hat mir übrigens sogar bei einer Veranstaltung in Belgien 2016 weitergeholfen, da belegte ich beim Capri-Quiz den dritten Platz.

Ein großes Problem am Fahrzeug waren die Bremsen, die nach der langen Standzeit festgerostet waren. Zudem gab es auch noch die capri-typischen Roststellen, die behoben werden mussten. Der Vorbesitzer hatte den Capri sogar mit einem Katalysator ausgestattet. Der flog sofort raus, stattdessen wurde ein Fächerkrümmer montiert.

Sportlicher machte ich es auch im Innenraum und ersetzte das

originale Lenkrad durch ein Dreispeichen-RS-Lenkrad. Das Fünfganggetriebe stattete ich zudem noch mit einer Schaltwegverkürzung aus. Die orangenen Blinker ersetzte ich durch weiße und die hinteren Rückleuchten durch getönte. Am Fahrwerk brauchte ich erstmal nichts ändern da der Capri schon ein Zoll tiefergelegt ist.

Man kann sagen, durch den Capri Club Westerholt lerne ich von den Besten. Alle unterstützen mich, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Mein Vorhaben wurde also Anfang Juli 2016 beendet und der Capri bekam den TÜV mit H-Zulassung. Jetzt werden meine großen Träume mit dem Capri angestrebt, bis hin zur Vollrestauration. Auch wenn der Capri zur Zeit nicht top aussieht: Ich bin stolz drauf! Denn welcher 19-Jährige kann von sich behaupten, er fährt sein Traumauto? Ich schon, meinen Capri.