Text: Marc Keiterling
Foto: Marc Keiterling
Online seit: 07. November 2017

Vom 24. bis zum 26. November gibt es erstmals auch eine Retro Classics® in der Domstadt. Die Kölnmesse ist Schauplatz des jüngsten Ablegers des erfolgreichen Messekonzepts.

Oldtimer in Köln - da dürfen wir vom CCD nicht fehlen. Gemeinsam mit weiteren Ford-Clubs repräsentieren wir unsere Marke in der Autostadt am Rhein. Dabei werden wir noch einmal unser diesjähriges Jahresthema in den Mittelpunkt stellen. Vor 40 Jahren wurde die Produktion des Capri II gestoppt – daher ist der II.-er unser Thema. Drei sehr verschiedene Autos – von Basis, über Sonderausführung bis Individuell – werden zu sehen sein.

Die erste Retro Classics® Cologne wird in den Hallen 4.1, 4.2, 5.1 und 5.2 stattfinden. Uns findet Ihr in der Halle 4.1. – wir hoffen, wir sehen uns zum “Heimspiel” in Köln!

Capri II auf der Retro Classics® Cologne

Text: Marc Keiterling
Fotos: Archiv & Carsten Greb
Online seit: 07. November 2017

Vom 8. bis zum 10. Dezember findet die 2. Auflage der Retro Classics® Bavaria in der Nürnberger Messe statt. CCD-Mitglied Georg Klughardt wird dort erneut einen Stand zum Thema Capri gestalten. In diesem Jahr ganz im Zeichen des Rennsports.

Spektakuläre Boliden – ausnahmslos Werksautos - konnte er für seine Präsentation gewinnen. Da läuft nicht nur den Verehrern der legendären Deutschen Rennsportmeisterschaft der 1970-er und frühen 1980-er Jahre das Wasser im Mund zusammen.

Da ist zunächst ein 2400 GT Weslake zu nennen, eins von nur 50 entstandenen Exemplaren in der Leichtbauversion mit 880 Kilogramm. Davon erhielten nur 14 einen V6-Weslake-Motor mit 230 PS. Das Auto aus dem Besitz von Eckhart Kern wurde als Ford-Werkswagen in der European Touring Car Championship (ETCC) eingesetzt. Am Steuer saßen Dieter Glemser, Manfred Mohr und Hannelore Werner.

Dieser RS fristete rund zwei Jahrzehnte lang ein absolutes Stillleben. 1973 war dieser 2600-er im Einsatz des Werks, heute heißt sein Besitzer Bernd Siller. Siller, der Wirtschaftswissenschaften studierte und mehrere Ford-Autohäuser führt, schaffte in den 70-ern den Spagat zwischen Unternehmertum und Rennsport. Als er seinen RS wieder flott machen wollte, war ein weiteres CCD-Mitglied sein Ansprechpartner. Gerd Brauneiser aus Köln (Rheinland-Garage) – der “Köllsche Volljas-Jung” - erweckte das Triebwerk wieder zum Leben.

Auch die Rennflunder darf natürlich nicht fehlen. Mit dem Zakspeed Turbo fuhr Klaus Ludwig 1981 in der DRM die Konkurrenz in Grund und Boden. Der legendäre Diffusor erzeugte den sogenannten „Ground Effect“. Möglicherweise die Meisterleistung überhaupt im überaus erfolgreichen Berufsleben des Konstrukteurs Thomas Ammerschläger. Der großer Diffusorschacht war wie ein umgedrehter Flugzeugflügel geformt – die gleichen physikalischen Gesetze, die ein Flugzeug zum Fliegen bringen, pressten das Auto auf den Asphalt. Das in Nürnberg zu sehende Exemplar hat das allerdings nicht erlebt – es handelt sich um das Präsentationsauto der Ford-Werke. Von den beiden heute noch einsatzfähigen Exemplaren nicht zu unterscheiden, jedoch nie gefahren.

zum Bericht "Termin mit dem Tempomacher"

Nicht nur Maschinen wird Georg Klughardt präsentieren – auch die dazu passenden Menschen. Dieter Glemser hat sich ebenso angekündigt wie Thomas Ammerschläger. Und Capri-Legende Jochen Mass ist als Botschafter der Retro Classic-Organisation auch in Nürnberg am Start. Kaum vorstellbar, dass er in diesen Tagen nicht einige Male am Capri-Stand zu finden sein wird.


Text & Screenshots: Marc KeiterlingOnline seit: 01.Oktober 2017

Im Juli 2015 ging beim Capri Club Deutschland eine Anfrage ein. Die Real Film Berlin GmbH suchte zu diesem Zeitpunkt einen Capri II für die Produktion eines Fernsehfilms. Sehr präzise Vorstellungen hatten die Filmleute, der Mail hing das Bild eines gelb-schwarzen II-ers aus einer britischen Reklame an. Idealerweise genau so solle der Wagen aussehen. Ob wir da helfen könnten?

Die von Schriftführer Stefan Brockmann weitergeleitete Nachricht weckte mein Interesse. Warum genau ein solches Auto? Warum im allerbesten Fall genau in dieser Farbe? Ich nehme es vorweg: Diese beiden Fragen ließen sich leider nicht klären. Eine nette Geschichte kam dennoch dabei heraus.

Senta Berger und Günther Maria Halmer mit Blick auf das Sportcoupé.

Senta Berger und Günther Maria Halmer mit Blick auf das Sportcoupé.

Ich kontaktierte also Steffi Lehmkul, die Absenderin. Die Diplom-Ingenieurin der Architektur ist seit 2001 als freiberufliche Außenrequisiteurin für Film- und Fernsehproduktionen tätig. Zig Filme stattete sie bereits aus. Darunter auch einige Tatort-Folgen sowie 2014 den Kinostreifen „Banklady“. Hier wird die wahre Geschichte eines Hamburger Bankräuber- Paares aus den 1960-er Jahren erzählt,

Steffi Lehmkul.

Steffi Lehmkul.

Der II-er unterm Segeltuch.

Der II-er unterm Segeltuch.

zahlreiche entsprechende Autos sind zu sehen. Mit der Suche nach passenden Fahrzeugen kennt sie sich also bestens aus. 2015 recherchierte Lehmkul nun für die ZDF-Produktion „Die Hochzeit meiner Eltern“.

Text: Marc Keiterling
Fotos: Archiv Thomas Ammerschläger & Marc Keiterling
Online seit: 14.September 2017

Tempomacher Thomas Ammerschläger

Er machte unter anderen dem RS Beine: Thomas Ammerschläger erzählt in der Capri aktuell spannende Geschichten aus seinen Kölner Jahren.

„Ich wusste schon mit sieben, was ich einmal werden möchte“. Der 1937 in Altefeld geborene und in Hannover aufgewachsene Thomas Ammerschläger hatte früh in seinem Leben einen klaren Plan. Mit Tempo hinterm Steuer sitzen gehörte dazu. Wie eine Etappe. Ein Zwischenschritt hin zum Entwickler, zum Tempomacher. Dieser Mann hinterließ unauslöschbare Spuren in der Automobilindustrie Deutschlands. Unter anderen bei Ford, im direkten Zusammenhang mit dem Capri. Der CCD hatte nun einen Termin mit dem Tempomacher.

Wir gehen das hier zunächst chronologisch an. Nach dem 1965 abgeschlossenen Maschinenbaustudium heuerte der technikbegeisterte junge Mann bei NSU an, als Fahrwerksingenieur in der Versuchsabteilung.

Abwechslungsreiche Jahre sind es in Neckarsulm. Die Prinzen werden erstmals im Rahmen von Crashtests zerknüllt, seinem Hobby-Rennfahrer- Wesen kann er neben der Entwicklungsarbeit frönen. So heißt der Sieger beim Rennen um den Rheinpokal auf dem Hockenheimring in der Klasse der Tourenwagen bis 1150 Kubikzentimeter anno 1970: Thomas Ammerschläger. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg übrigens. In den Fahrerlagern jener Jahre kommt es regelmäßig zu bilateralen Gesprächen. Auch mit Ford. Dort wurde mit Erscheinen des Capri ab 1969 in der Motorsportabteilung Gas gegeben, treibende Kraft jener Jahre war deren Chef Jochen Neerpasch. Als die Capris dann aber allzu erfolgreich wurden - so holte sich der spätere Formel 1-Pilot Hans- Joachim Stuck 1972 den Titel des Deutschen Rennsportmeisters auf einem RS - wurden sie in Bayern zornig. Neerpasch und Stuck warben die Münchener ab. Michael Kranefuß, vorher auch am Steuer schneller Kölner Autos aktiv und Neerpaschs rechte Hand, übernahm die Leitung der Abteilung.

Text & Fotos: Alexander HeinzOnline seit: 14.September 2017

Mein Name ist Alexander Heinz, ich bin 40 Jahre jung und komme aus dem schönen Oberfranken. Meine „Capri- Infektion“ stellte sich bereits im zarten Alter von 15 Jahren ein. Viele Jahre sind das, wie auch die folgende Geschichte rund zwei Jahrzehnte umfasst. Und in jedem Fall noch nicht zu Ende ist.

Alex mit 15 also. Damals hatte der Freund meiner Schwester einen verbreiterten Drei Liter Essex. Die lange Schnauze und das Coupé-Heck gefielen sofort und es erging mir so wie vielen. Der besagte Capri wurde damals schon im Winter zerlegt und ich durfte zum ersten Mal bereits mit Hand anlegen. Aber wie das Leben ebenso spielt, nichts hält für ewig, die Beziehung endete. Also die meiner Schwester, meine zum Capri blieb.

„Der wird wieder hergerichtet“

Jedes Mal wenn ich einen im Straßenverkehr sah - tja, das konnte man damals tatsächlich des Öfteren erleben- entflammte diese alte Liebe immer wieder. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Im engeren Familienkreis war eine Fraktion schon immer Ford-affin und so kam es, dass ich eines Tages meinen Paten von einer freien Werkstatt abholen musste, wo er seinen Orion zur Wartung gegeben hatte.

Ich betrat die Werkstatthalle und da stand er dann, aufgebockt über einer Grube, Räder ab, Motorhaube offen und in einem damals schon ziemlich desolaten Zustand. Auf die Frage, was denn mit dem Auto geschehe, kam zur Antwort:

Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Kontakt holte Alexander Heinz diesen Capri
von der Hebebühne.

Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Kontakt holte Alexander Heinz diesen Capri von der Hebebühne.

„Der wird wieder hergerichtet“. Das muss in den Jahren 1997/98 gewesen sein. Die Jahre vergingen, im April 2007 kaufte ich mir schließlich meinen ersten Capri, einen 81er 2,8i. Eine Bastelbude, aber mit guter Substanz. Angesichts damaliger Unkenntnis hat sich erst später herausgestellt, dass dieser wohl erst im Nachinein zu einem Super Injection umgerüstet wurde, inklusive Innenausstattung und 5-Gang Getriebe.

Im August des gleichen Jahres konnte ich noch einen 2,8i erwerben, der sein Dasein seit mehreren Jahren im Hinterhof einer freien Werkstatt in der Oberpfalz fristete. Eigentlich war dieser als Ersatzteilträger gedacht, aber die spätere Analyse der Fahrgestellnummer ergab, dass es sich wohl um einen der letzten „Deutschen“ aus dem September 1984 handelt. Das ist selbstverständlich mal überhaupt nix zum Schlachten. Also habe ich umdisponiert, den 81er zurückgestellt und beschlossen, den 84er zu machen.