Der beharrlichen Weg Manfred Borgerts zum RS war in der Ausgabe 2/2020 der Aktuell schon zu lesen. Mit mindestens ebenso großer Beharrlichkeit widmet er sich auch Autos mit dem Maßstab 1:18. Mit größter Hingabe und beeindruckender Detailverliebtheit stellt er phantastische kleine Capris her.

„Meine Liebe zum Ford Capri besteht nicht nur zum Original, sondern auch in der Nachbildung in kleineren Maßstäben. Mein besonderes Interesse gilt derzeit dem Maßstab 1:18, bei dem ich mich auch an sehr vielen Details erfreuen kann. Entstanden ist diese Leidenschaft in meinen jungen Jahren, in der ‚Vor- Führerscheinzeit‘, in den 70er Jahren, in der sogenannten ‚geilen Zeit`, in der der Capri groß wurde, frei nach dem bekannten Buchtitel.

1972 sah ich eine Abbildung des damaligen Renn-Capri in einer Auto-Zeitschrift. Den fand ich einfach klasse und so wollte ich diesen Renner unbedingt als Modell in meinem Autopark für meine H0-Eisenbahn haben. Es gab aber keinen Renn-Capri, nur den normalen Capri des Herstellers Wiking mit V4 Motorhaube im Maßstab 1:87. Schnell stand der Entschluss fest, diesen Renn-Capri baue ich mir selbst. Mein Vater besorgte mir Spachtelmasse und ich legte los, ich baute die Kotflügelverbreiterungen und die V6-Haube nach. Immer wieder spachteln, schleifen, kontrollieren, danach bemalen. Mein erstes Modell gelang in diesem frühen Stadium nicht so gut, wie man sich denken kann. Unermüdlich versuchte ich es immer wieder, bis es die ersten zufriedenstellenden Ergebnisse gab.

„Wiking“ Capri-Modelle im Bau: Basis, 2600 RS, 74er Renn-Capri mit verschiedenen Kotflügelausführungen (von links).

„Wiking“ Capri-Modelle im Bau: Basis, 2600 RS, 74er Renn-Capri mit verschiedenen Kotflügelausführungen (von links).

Auf dem Weg zum 74er Renn-Capri.

Auf dem Weg zum 74er Renn-Capri.

Rennszene meiner Modelle.

Rennszene meiner Modelle.

1974 [links] (6 Stunden-Rennen Nürburgring) 1973 [mitte] 1972 [rechts]

6 Stunden-Rennen Nürburgring | 1974 [links] | 1973 [mitte] | 1972 [rechts].

1974 [links] | 1973 [mitte] | 1972 [rechts]

1974 [links] | 1973 [mitte] | 1972 [rechts]

1974 [links] | 1973 [mitte] | 1972 [rechts]

1974 [links] | 1973 [mitte] | 1972 [rechts]

Als Nächstes baute ich das 73er Modell nach, der 74er Renn-Capri folgte ein Jahr später. Weitere sind bis heute im Stadium ‚fast fertig` verblieben. Also etwas für die Zukunft. Einige Kontrahenten wie den Steinmetz Opel Commodore GS, AMG Mercedes SEL 6.9, Kremer Porsche 911 RS und RSR 2,1 Werksturbo baute ich ebenfalls nach.

Und dann gab es endlich einen englischen Capri 1600 GT im Maßstab 1:20 von der Firma Bandai.

Den kaufte ich mir und versah ihn mit den 74er Kotflügelverbreiterungen, einem Überrollbügel, V6-Motorhaube, 73er Doppelscheinwerfer und 73er Rückleuchten.

Am Bausatz habe ich einige Detailverbesserungen vorgenommen, wie zum Beispiel Korrekturen an dem Verlauf der hinteren Rundungen an den Fenstern und des Rahmens an den Türen. Leider wurde dieses Modell bis jetzt noch nicht fertig.

Letztlich kam ich bis zur Grundierung. Natürlich habe ich ihn auch heute noch und das wird eines meiner späteren Projekte.

Ford-Team mit Capri-Modellen. Alle Modelle sind mit Pinsel handbemalt, inklusive der angedeuteten Decals, teilweise setzte ich einen „Ein-Haar“- Pinsel ein.

Ford-Team mit Capri-Modellen. Alle Modelle sind mit Pinsel handbemalt, inklusive der angedeuteten Decals, teilweise setzte ich einen „Ein-Haar“- Pinsel ein.

Der Baukasten „Bandai Ford Capri 1600 GT“ im Maßstab 1:20.

Der Baukasten „Bandai Ford Capri 1600 GT“ im Maßstab 1:20.

Der „Bandai 1600 GT“ im Umbau: Linienführung und Anbauten sind bereits klar erkennbar. In die Karosserie wurde ein Überrollkäfig eingefügt, Heckspoiler und Bohrungen für Betankung sind vorhanden.

Der „Bandai 1600 GT“ im Umbau: Linienführung und Anbauten sind bereits klar erkennbar. In die Karosserie wurde ein Überrollkäfig eingefügt, Heckspoiler und Bohrungen für Betankung sind vorhanden.

Der „Bandai 1600 GT“ im Umbau: Linienführung und Anbauten sind bereits klar erkennbar. In die Karosserie wurde ein Überrollkäfig eingefügt, Heckspoiler und Bohrungen für Betankung sind vorhanden.

Hier der Vergleich zwischen dem Basismodell und dem Umbau.

Hier der Vergleich zwischen dem Basismodell und dem Umbau.

Hier der Vergleich zwischen dem Basismodell und dem Umbau.

Und ein weiterer Baukasten erschien: Von Academie wurde ein Capri RS 3100 im Maßstab 1:24 angeboten. Ich kaufte mir gleich mehrere. Daraus folgte für mich die genauere Nachbildung zweier 74er Renn-Capri RS 3100: einer Anfang Saison 1974 (Wasserkasten unter Heck, schmale hintere Kotflügel) und einer ab dem 6 Stunden-Rennen Nürburgring (Wasserkühler seitlich in den großen Verbreiterungen).

Im Alter von 18 Jahren hatte ich dann aber nur noch meine 1:1-Capris im Kopf. Man will ja schließlich fahren. Über diese Geschichte gab es bereits einen Bericht in der zweiten Ausgabe der Capri Aktuell 2020.

Nun, nach langer Zeit habe ich mich dessen wieder erinnert. Jetzt gibt es endlich diverse Capri-Modelle im Maßstab 1:18. Da konnte ich meine früher gefahrenen Capris nachbauen. Bis heute sind vier von meinen insgesamt fünf Capris fertiggestellt. Mit Anbauteilen, Nummernschildern und Spoilern. Das Modell des von mir zuerst gefahrenen Capri 1700 GT in blau/weißer Renn-Capri Lackierung wartet noch auf die Fertigstellung.“

Anfang der Saison 1974 waren die hinteren Kotflügel noch schmaler, später wuchsen sie, um die Wasserkühler seitlich aufzunehmen.

Anfang der Saison 1974 waren die hinteren Kotflügel noch schmaler, später wuchsen sie, um die Wasserkühler seitlich aufzunehmen.

Der Baukasten „Academie Ford Capri RS 3100“ im Maßstab 1:24.

Der Baukasten „Academie Ford Capri RS 3100“ im Maßstab 1:24.

Die schwierigste Arbeit bei der Erstellung meiner eigenen Capris war der Umbau auf das 73er RS 2600-Modell. Da habe ich mich langsam herangetastet. Und als vor einiger Zeit der 73er Capri 3000 GXL von CMG erschien, war es endlich geschafft. Ich hatte die Doppelscheinwerfer, Rückleuchten und Armaturenbrett. Der Umbau konnte beginnen, der erste fertig gestellte 73er Capri RS 2600 war ein roter RS mit schwarzen RS Injection-Streifen auf Motorhaube und im Heckbereich.

Die schwierigste Arbeit bei der Erstellung meiner eigenen Capris war der Umbau auf das 73er RS 2600-Modell. Da habe ich mich langsam herangetastet. Und als vor einiger Zeit der 73er Capri 3000 GXL von CMG erschien, war es endlich geschafft. Ich hatte die Doppelscheinwerfer, Rückleuchten und Armaturenbrett. Der Umbau konnte beginnen, der erste fertig gestellte 73er Capri RS 2600 war ein roter RS mit schwarzen RS Injection-Streifen auf Motorhaube und im Heckbereich.

Erste Decals habe ich selbst auf meinem PC angefertigt, aus Fotos, Abbildungen und Zeichnungen. Auf Maßstab 1:18 verkleinert, keine Folien. Danach erfolgte der Ausdruck auf Wasserablösepapier.

Erste Decals habe ich selbst auf meinem PC angefertigt, aus Fotos, Abbildungen und Zeichnungen. Auf Maßstab 1:18 verkleinert, keine Folien. Danach erfolgte der Ausdruck auf Wasserablösepapier.

Die hier zu sehende erste Nachbildung war der Capri RS 2600 meines Bruders, zum 60. Geburtstag. Er hat sich sehr darüber gefreut, hier in der eigens angefertigten Geschenkbox zu sehen.

Die hier zu sehende erste Nachbildung war der Capri RS 2600 meines Bruders, zum 60. Geburtstag. Er hat sich sehr darüber gefreut, hier in der eigens angefertigten Geschenkbox zu sehen.

Für meine beiden RS in weiß/blau benötigte ich weiße Streifen, die mir zum Glück ein anderer Modellbauer nach meinen Vorgaben anfertigte. Die blauen Streifen konnte ich selbst anfertigen und ausdrucken. Links zu sehen die weißen Streifen mit „Injection“ auf der Motorhaube, rechts die blauen Decals mit der Injection-Plakette. Für die 73er RS habe ich in Handarbeit aus einer 1700 GT Stoßstange die kurzen vorderen Stoßstangen angefertigt (unten links).

Für meine beiden RS in weiß/blau benötigte ich weiße Streifen, die mir zum Glück ein anderer Modellbauer nach meinen Vorgaben anfertigte. Die blauen Streifen konnte ich selbst anfertigen und ausdrucken. Links zu sehen die weißen Streifen mit „Injection“ auf der Motorhaube, rechts die blauen Decals mit der Injection-Plakette. Für die 73er RS habe ich in Handarbeit aus einer 1700 GT Stoßstange die kurzen vorderen Stoßstangen angefertigt (unten links).

Ein nachgebildeter Frontspoiler wurde an die Frontmaske angebracht. Ebenfalls mussten die Doppelscheinwerfer und die Heckblende mit den Rückleuchten an die Minichamps-Karosserie angepasst werden.

Das neue Armaturenbrett wurde mit den vervollständigten Instrumenten versehen und bemalt. Das 73er Sportlenkrad aus dem RS-Zubehör-Katalog durfte auch nicht fehlen. Das sind alles Teile, die ich selbst anfertigte beziehungsweise umbaute (oben rechts). Später habe ich dann Resin-Abgüsse (Harz) anfertigen lassen, was die Fertigstellung späterer Modelle beschleunigte (rechts).

Die hier zu sehende erste Nachbildung war der Capri RS 2600 meines Bruders, zum 60. Geburtstag. Er hat sich sehr darüber gefreut, hier in der eigens angefertigten Geschenkbox zu sehen.

Ein nachgebildeter Frontspoiler wurde an die Frontmaske angebracht. Ebenfalls mussten die Doppelscheinwerfer und die Heckblende mit den Rückleuchten an die Minichamps-Karosserie angepasst werden.

Das neue Armaturenbrett wurde mit den vervollständigten Instrumenten versehen und bemalt. Das 73er Sportlenkrad aus dem RS-Zubehör-Katalog durfte auch nicht fehlen. Das sind alles Teile, die ich selbst anfertigte beziehungsweise umbaute (oben rechts). Später habe ich dann Resin-Abgüsse (Harz) anfertigen lassen, was die Fertigstellung späterer Modelle beschleunigte (rechts).

Alle von mir hergestellten Modelle sind Einzelstücke, ganz individuell, je nachdem wie das gewünschte Original aussah. Mit Nummernschildern. Die Palette umfasst bis jetzt diverse Capri GT, einen Turbo May, mehrere RS 2600 in verschiedenen Farben, 70er RS, 71/72er RS und 73er RS 2600. Im Bild die neueste RS-Edition, ein 73er mit den korrekten Felgen (rechts im Bild).

Alle von mir hergestellten Modelle sind Einzelstücke, ganz individuell, je nachdem wie das gewünschte Original aussah. Mit Nummernschildern. Die Palette umfasst bis jetzt diverse Capri GT, einen Turbo May, mehrere RS 2600 in verschiedenen Farben, 70er RS, 71/72er RS und 73er RS 2600. Im Bild die neueste RS-Edition, ein 73er mit den korrekten Felgen (rechts im Bild).

Ebenso habe ich drei englische RS 3100 in Olympic Blau, Sebring Rot und Modena Grün nachgebaut. Mit Front- und Heckspoiler, RS Streifen in Gold. Basis links: CMG-Modell. Basis rechts: Minichamps-Modell. Beim CMG-Capri habe ich die normalen Serienkotflügel auf RS- Kotflügel mit Spachtel verändert.

Ebenso habe ich drei englische RS 3100 in Olympic Blau, Sebring Rot und Modena Grün nachgebaut. Mit Front- und Heckspoiler, RS Streifen in Gold. Basis links: CMG-Modell. Basis rechts: Minichamps-Modell. Beim CMG-Capri habe ich die normalen Serienkotflügel auf RS- Kotflügel mit Spachtel verändert.

Ebenso habe ich drei englische RS 3100 in Olympic Blau, Sebring Rot und Modena Grün nachgebaut. Mit Front- und Heckspoiler, RS Streifen in Gold. Basis links: CMG-Modell. Basis rechts: Minichamps-Modell. Beim CMG-Capri habe ich die normalen Serienkotflügel auf RS- Kotflügel mit Spachtel verändert.

Für diese englischen Modelle brauchte ich natürlich auch ein Armaturenbrett für Rechtslenker. Kurzerhand baute ich ein Linkslenker-Armaturenbrett zu einem Rechtslenker um.

Für diese englischen Modelle brauchte ich natürlich auch ein Armaturenbrett für Rechtslenker. Kurzerhand baute ich ein Linkslenker-Armaturenbrett zu einem Rechtslenker um.

Für diese englischen Modelle brauchte ich natürlich auch ein Armaturenbrett für Rechtslenker. Kurzerhand baute ich ein Linkslenker-Armaturenbrett zu einem Rechtslenker um.

Eines der neueren Projekte war die Nachbildung der 73er RS-Felgen, die vom Design her flacher und die vier Speichen deutlich ausgeprägter sind. Im linken Bild links die Basis, rechts die geschnitzte 73er Felge. Das rechte Bild zeigt die bemalten Felgen mit Reifen.

Eines der neueren Projekte war die Nachbildung der 73er RS-Felgen, die vom Design her flacher und die vier Speichen deutlich ausgeprägter sind. Im linken Bild links die Basis, rechts die geschnitzte 73er Felge. Das rechte Bild zeigt die bemalten Felgen mit Reifen.

Eines der neueren Projekte war die Nachbildung der 73er RS-Felgen, die vom Design her flacher und die vier Speichen deutlich ausgeprägter sind. Im linken Bild links die Basis, rechts die geschnitzte 73er Felge. Das rechte Bild zeigt die bemalten Felgen mit Reifen.

Auch von unten muss alles korrekt sein. Dies ist die geänderte Auspuffanlage des TurboMay.

Auch von unten muss alles korrekt sein. Dies ist die geänderte Auspuffanlage des TurboMay.

Auch von unten muss alles korrekt sein. Dies ist die geänderte Auspuffanlage des TurboMay.

Der fertige TurboMay 2300 GT.

Der fertige TurboMay 2300 GT.

So sieht es in meiner Werkstatt aus: ein selbstgebauter „Haltebock“ für Lackierarbeiten und Karosserien sowie Einzelteile zur weiteren Bearbeitung.

So sieht es in meiner Werkstatt aus: ein selbstgebauter „Haltebock“ für Lackierarbeiten und Karosserien sowie Einzelteile zur weiteren Bearbeitung.

Zwei weitere Projekte im Maßstab 1:18 sind „in der Mache“. Zum einen der 73er Werks-RS. Oben rechts die ausgesägten Kotflügel vom Resin-Abguss eines 74er Renn-Capri. Daraus entsteht der Kotflügel-Formenbau für weitere Modelle (unten).

Zwei weitere Projekte im Maßstab 1:18 sind „in der Mache“. Zum einen der 73er Werks-RS. Oben rechts die ausgesägten Kotflügel vom Resin-Abguss eines 74er Renn-Capri. Daraus entsteht der Kotflügel-Formenbau für weitere Modelle (unten).

Zwei weitere Projekte im Maßstab 1:18 sind „in der Mache“. Zum einen der 73er Werks-RS. Oben rechts die ausgesägten Kotflügel vom Resin-Abguss eines 74er Renn-Capri. Daraus entsteht der Kotflügel-Formenbau für weitere Modelle (unten).

Die Spachtelarbeiten nach Verkleben der Kotflügel und des Frontspoilers (links). Es folgt die Konturenprüfung mit Grundierung und Felgenanpassung (rechts).

Die Spachtelarbeiten nach Verkleben der Kotflügel und des Frontspoilers (links). Es folgt die Konturenprüfung mit Grundierung und Felgenanpassung (rechts).

Der erste 74er Werks-RS hatte zu Saisonbeginn die Wasserkühler unter dem Heckteil. Dementsprechend baue ich das genau so nach. Hier das Schleifen der Kotflügel und die Spachtelarbeiten nach Konturenherstellung (unten links). Der Modellbau stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Es bleibt spannend.

Der erste 74er Werks-RS hatte zu Saisonbeginn die Wasserkühler unter dem Heckteil. Dementsprechend baue ich das genau so nach. Hier das Schleifen der Kotflügel und die Spachtelarbeiten nach Konturenherstellung (unten links). Der Modellbau stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Es bleibt spannend.

[Text: Manfred Borgert - Fotos: Manfred Borgert & Ford Werke]