Mit einem kompletten Ausfall ihrer Messe aufgrund der Corona-Pandemie wollten sich die Macher der traditionsreichen Bremen Classic Motorshow in diesem Jahr nicht abfinden. So wurde aus dem Wochenende in der dortigen Messe ein Online-Event. Dieser sehenswerte Beitrag war eine Michung aus Livesendung und zuvor aufgezeichneten Beiträgen. Das Thema „Porsche-Killer“ konnte selbstredend nicht ohne Capri stattfinden. Und so reiste RS-Besitzer Lukas Reininger mit Vater Gregor, unserem C I-Referenten, in die Hansestadt.

„Die Vorfreude war groß, nachdem unser 3. Vorsitzender, Frank Lehmann, bei uns angerufen hatte und das Interesse der Messe Bremen an der Ausstellung unseres Capri RS auf der Sonderausstellungsfläche mitteilte. Das war im November 2021, endlich wieder eine Messe, so lange hatten wir dieses Gefühl nicht mehr gespürt. Im Februar 2022 sollte es dann soweit sein. Frank berichtete von seinen Erfahrungen, da er ja bereits schon einmal mit seinem Capri auf der Messe in Bremen vertreten war. Er war total zufrieden mit der Abwicklung des Transportes und dem gesamten Ablauf.

Wenn Frank, der ja, genau wie wir, äußerst empfindlich mit seinem Capri ist, schon so zufrieden ist, waren wir gerne für ein Gespräch mit dem Projektverantwortlichen der Messe, Frank Ruge, bereit. Es dauerte auch nicht lange, da meldete sich Frank Ruge bei uns, um zu hören, ob wir grundsätzlich bereit wären, an diesem Vorhaben mit unserem Capri teilzunehmen und gab uns weitere Detailinformationen zum Ablauf.

Vater und Sohn Reininger bereicherten mit Lukas´ RS das Online-Event aus Anlass von 20 Jahren Bremen Classic Motorshow.

Vater und Sohn Reininger bereicherten mit Lukas´ RS das Online-Event aus Anlass von 20 Jahren Bremen Classic Motorshow.

Verladung im Schneetreiben: Unter einem Opel Commodore A GS/E parkt der RS.

Verladung im Schneetreiben: Unter einem Opel Commodore A GS/E parkt der RS.

Schnell war klar, dass das Ganze professionell ablaufen würde. Ein Transport im geschlossenen LKW mit Hotelübernachtung und Messebesuch. Lukas, dem der RS mittlerweile gehört, gab seine Zusage und wir freuten uns auf ein schönes Vater-Sohn-Event. Das Einzige was immer noch im Hintergrund schwelte war dieses Virus, das uns noch einen Strich durch die Rechnung machen konnte.

Es kam, wie es kommen musste. Im Dezember meldete sich Frank Ruge mit der traurigen Nachricht, dass man sich auf Grund der zu hohen Auflagen zur Absage der Messe entschieden habe. Schade, wieder ein Event weniger! Umso größer war die Freude, als sich Frank Ruge erneut bei uns meldete und vom Vorhaben einer Online-Geburtstagsshow berichtete. Man wollte das 20-jährige Jubiläum der Classic nicht so sang- und klanglos untergehen lassen. Hierzu war geplant, einige Filmbeiträge zu erstellen und Online zu präsentieren. Er fragte, ob wir uns vorstellen könnten, bei solch einem Beitrag mit unserem Capri mitzuwirken, Thema sei ,Porsche-Killer‘ der 70-er.

Schnell waren wieder die Details wie Transport, Hotel und anderes geklärt und Anfang Januar sollte es los gehen. Also doch wieder ein Grund zur Vorfreude, Gleichgesinnte treffen, über Oldtimer reden, einfach Spaß haben. Das Thema klang auch interessant. Geplant waren ein BMW 2002 Turbo, ein Opel Commodore A GS/E und unser Capri RS als ,Gegenspieler‘ eines 911 T. Die Einzelheiten mit dem Transport wurden dann direkt mit der Firma Hübinger aus Wiesbaden geklärt, die auch den Opel aus der Werkssammlung in Rüsselsheim nach Bremen bringen sollte.

So kam es dann, dass unser Capri am 7. Januar bei uns in Taunusstein abgeholt wurde und gemeinsam mit dem Opel auf die Reise nach Bremen ging. Welch ein Spektakel für die Nachbarschaft, als dieser doch recht große LKW mit Absenkvorrichtung und Verladebühne vorgefahren kam und der auf Hochglanz gebrachte RS verladen wurde.

Lukas und ich haben uns dann am gleichen Tag nachmittags auf die Reise nach Bremen gemacht. Wie sich am Samstagmorgen herausstellte, war es genau die richtige Entscheidung auch am Vortag anzureisen, denn im Taunus hatte es über Nacht massiv geschneit und die Straßen, ja sogar die Autobahnen, waren teils nicht befahrbar. So wäre das Projekt fast nicht an Corona, sondern am Wetter gescheitert! Wir haben in Bremen von all dem nichts abbekommen und konnten bei kaltem, aber sonnigem Wetter den Tag genießen.

Ankunft in Bremen bei steifer Brise aus Nord-Ost.

Ankunft in Bremen bei steifer Brise aus Nord-Ost.

Nach dem Frühstück sind wir vom nahe gelegenen Messehotel direkt zur Messehalle gegangen. Unser Dreh war zwar erst für den Nachmittag vorgesehen, wir wollten aber mal schauen, was es sonst noch so an Beiträgen gab.Außerdem warteten wir gespannt auf die Ankunft des Autotransportes, der hoffentlich wohlbehalten mit den beiden Oldies eintreffen würde. Dem war auch so, wie geplant rollte der gelbe LKW pünktlich um 12 Uhr auf dem Messegelände an, wo dann beide Autos unversehrt entladen werden konnten.

Die Killer aus dem Nebel

In und vor den Messehallen lief schon die Produktion der einzelnen Beiträge des Online-Events auf Hochtouren. Bei schönem Wetter drehten die Oldies des Bremer Oldtimer Clubs vor der Halle ihre Runden und bildeten ein 20 zu Ehren des Messejubiläums. Alles von einer Kamera und Drohne festgehalten.

Zwischendrin hatten Lukas und ich dann noch die Zeit, Bremen etwas zu erkunden. Beeindruckt von der schönen Altstadt und mit platten Füßen kehrten wir dann rechtzeitig zu unserem Dreh wieder an die Messehallen zurück.

„So, 911-er: Jetzt wirst du gekillt!“ Der RS lauert im Nebel, bereit zum Sprung aus der Gitterbox heraus.

„So, 911-er: Jetzt wirst du gekillt!“ Der RS lauert im Nebel, bereit zum Sprung aus der Gitterbox heraus.

Die drei Herausforderer des Porsche haben Aufstellung genommen.

Die drei Herausforderer des Porsche haben Aufstellung genommen.

Die Aufregung stieg und die Autos wurden in Position gebracht. Mittlerweile brach die Dämmerung an und die Halle bot das passende Ambiente für den geplanten Ablauf des Auftritts der ,Porsche-Killer‘. Dazu hatte man Gittertore aufgebaut, zwischen denen die drei Killer unter Zugabe von Nebel auf ihr Opfer lauerten. Ein traumhaft schöner condagrüner 911-er kam in die Halle gefahren und positionierte sich in der Mitte der Fläche. Nach und nach erstrahlten die Scheinwerfer der drei Killer und sie setzten sich in Bewegung, um den Porsche zu umkreisen. Eine großartige Inszenierung bot sich den Fahrern und Zuschauern. Wie das bei Filmaufnahmen so ist, wurde das ganze mehrfach in Szene gesetzt, bis alle Kameraleute und die Drohne die gewünschten Bilder im Kasten hatten.

Nach den Fahrszenen wurden noch Einzelaufnahmen von allen Fahrzeugen gemacht. Zeit, um den Adrenalinspiegel wieder herunter zu fahren und mit Johannes Hübner zu quatschen. Wer den Livestream gesehen hat, kennt ihn, er war der kenntnisreiche Moderator vieler Beiträge der Show. Johannes Hübner ist echt ein Sympathieträger mit einem unheimlichen Fachwissen und mit dem man viel Spaß haben kann. Der spätere Kommentator des Beitrags ,Porsche-Killer‘, Motorjournalist Wolfgang Blaube, konnte krankheitsbedingt leider nicht live vor Ort kommentieren und besprach die Szenen später im Livestream.

Mittlerweile war es fast 20 Uhr und der Capri konnte verladen werden. Die Firma Hübner machte sich dann am Samstagabend wieder auf den Weg in den Taunus, um wenigsten noch einen Teil der Strecke vor dem sonntäglichen Fahrverbot zu absolvieren. Unsere Heimfahrt verlief gut und wir waren weit nach Mitternacht auch wieder im Heimathafen angekommen. Die vorhandenen Schneemassen ließen erahnen, was sich tags zuvor hier abgespielt haben muss. Am Montagvormittag kam auch unser Capri wohlbehalten an. Es war ein tolles Event, klasse organisiert und von netten Leuten begleitet. Das ist es was unser Hobby ausmacht, man kennt sich nicht, versteht sich aber gleich richtig gut. Schön auf diesem Weg, neue Leute kennenzulernen!“

Der RS in der Nahaufnahme.

Der RS in der Nahaufnahme.

Wunderschöner 911-er in der Farbe Condagrün.

Wunderschöner 911-er in der Farbe Condagrün.

[Text: Gregor Reininger - Fotos: Lukas & Gregor Reininger]