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Wer vor mehr als 30 Jahren im Lotto rund 3.500 D-Mark gewonnen hat, hat davon heute nix mehr. Sollte man meinen. Bei Tim Willenweber ist dies jedoch völlig anders. Leidenschaft, Lottogewinn, Langzeitfolgen.

„Als Jugendlicher hatte ich schon einen besonderen Geschmack. Für die Musik bedeutete das Heavy Metal und bei Autos habe ich damals für neue, moderne Autos nicht viel empfunden. Mein erster Wagen war 1990 ein 1972er Opel Manta A. Für 300 Mark gekauft und von meinem großen Bruder in der Garage in Schwarz umlackiert. Schon nach drei Monaten war die ganze Arbeit für die Katz - bei schwerem Regen war ich nach einer 360 Grad Drehung in eine Leitplanke gebrettert.

Jana und Tim Willenweber während des Wochenendes 2019 auf Schloss Dyck mit dem bildschönen I-er.

Jana und Tim Willenweber während des Wochenendes 2019 auf Schloss Dyck mit dem bildschönen I-er.

Schon bald habe ich von einem Bekannten meines Bruders einen Wagen angeboten bekommen. Ein 1979er Capri 2 Liter V6. Wow - das Teil hat auf mich gewirkt! Also gekauft. Ich war stolz, es war einfach ein Mega-Auto, mit der langen Haube und dem satten Sound der sechs Zylinder. Für einen 18-Jährigen jedenfalls ein Traum.

Der Traum vom großen Gewinn

Dass der Capri mal einen mäßig reparierten Unfallschaden und eine dadurch bedingte ,Dreifarb-Lackierung‘ hatte, störte mich nicht. Kaum fuhr ich den Wagen, wurde ich auch schon Mitglied im Capri Club Betzdorf. So kam ich also auf einige Capri-Treffen. Und die Zeit war richtig toll. Capri-Fahrer sind wirklich wie eine große Familie. Auf den Treffen hatte ich mich dann allerdings schnell anders verliebt - in den I-er Capri! Davon träumte ich, so ein Auto zu fahren. Für meinen Traumwagen hatte ich aber leider keine Kohle.

Doch meine Chance auf einen solchen Wagen kam anders und schneller, als ich dachte. Und ich schwöre: Es hat sich so zugetragen, wie ich es jetzt schildere. In der Nacht zum Vortag meines 19. Geburtstages habe ich geträumt, ich würde im Lotto gewinnen, wenn ich es nur mal versuchen würde. Ich hielt nichts von Glücksspielen und habe noch nie zuvor Lotto gespielt. Aber da ich ja diese ,Vision‘ hatte und zudem mein Geburtstag auf einen Mittwoch fiel, bin ich Dienstag davor in den Lottoladen gegangen.

Tim in jungen Jahren mit seinem Lieblingsauto.

Tim in jungen Jahren mit seinem Lieblingsauto.

Man lachte dort natürlich über mich, als ich sagte, dass ich diesen ,Traum‘ hatte. Am nächsten Tag, meinem 19. Geburtstag, habe ich dann tatsächlich 5 Richtige gehabt. Das war supertoll. Ich dachte: 6 Richtige sind eine Million und 5 Richtige doch wohl sicher 100.000 D-Mark. Dementsprechend wurde mal so richtig gefeiert.

100.000 D-Mark wurden es nicht

100.000 Deutsche Mark? Naja, es sind dann immerhin knapp 3.500 Mark gewesen und ich fing an, in der Zeitschrift Auto-Markt nach einem Capri I Ausschau zu halten.

Der 1500er wirkt in seinem grauen Blechkleid sehr edel, verfügt gleichzeitig über eine bestechende Schlichtheit.

Der 1500er wirkt in seinem grauen Blechkleid sehr edel, verfügt gleichzeitig über eine bestechende Schlichtheit.

Ein Kandidat rückte ins Visier. Als 14 Tage später der Verkäufer das Tor zu seiner Garage öffnete und ich den Capri sah, war ich sofort wie elektrisiert. Gekauft für 2.400 Mark. Zwar kein wirkliches Top-Fahrzeug, für mich jedoch ein Traum. Damals habe ich eine Ausbildung beim Ford-Händler gemacht - nicht als Mechaniker - und war also für Ersatzteile und eine neue Lackierung direkt an der ,Quelle‘. Zum Abschluss meiner Prüfung war auch der Capri fertig. Und zwar viel besser, als ich mir zuvor gedacht hatte.

Auf dem ersten Capri-Treffen, zu dem ich 1994 bis in die Schweiz fuhr, habe ich den ersten Platz in der Wertung ,Capri I Originalzustand‘ gemacht und einen schönen Pokal gewonnen. Das größte Lob, das ein junger Capri-Fahrer für seinen frisch aufgebauten Capri bekommen kann!

Zwischenzeitlich habe ich viele Capris gekauft und wieder verkauft, manche auch geschlachtet. Nur den grauen I-er, den habe ich stets behalten.

„L“ wie Lieblingsauto. So glücklich können 60 PS aus einem V4-Motor machen.

„L“ wie Lieblingsauto. So glücklich können 60 PS aus einem V4-Motor machen.

Verkauf und Rückkauf

Ein paar Jahre später war es dann mit meinem Glück vorübergehend vorbei. Ich konnte durch einen Umstand die Raten für mein Haus nicht mehr bezahlen und habe den Capri verkaufen müssen. Einzelheiten möchte ich mir und Euch ersparen. Jedenfalls hatte ich mich ein Jahr später schon soweit finanziell erholt, dass ich wieder an Capri denken konnte.

Ich rief den damaligen Käufer an. Dieser wusste um meine seinerzeitige Situation und willigte tatsächlich ein, mir den Wagen zurück zu verkaufen. Was für ein Glück!

Schloss Dyck - Traum und Albtraum

Nach einigen, eher ruhig verlaufenden Capri-Jahren gehörte ich 2019 unverhofft zu den 20 glücklichen Besitzern, die zum 50-jährigen Jubiläum des Capri von den Ford Werken nach Köln und zu den Classic Days auf Schloss Dyck eingeladen wurden, wo die Baureihe groß gefeiert wurde. Die Fahrzeugauswahl wurde von Ford gemeinsam mit dem CCD getroffen. Hier war Marc Keiterling wesentlich beteiligt und ich werde ihm auf ewig dankbar sein, denn es war ein super-tolles Erlebnis und so eine Chance bekommt man kein sicherlich zweites Mal. Was für eine Ehre als Capri-Fahrer!

Niemals mehr würde sich der stolze Besitzer, hier mit seiner ebenfalls caprifahrenden Tochter Jana vor dem Henry-Ford-Denkmal in Köln, von diesem Capri trennen.

Niemals mehr würde sich der stolze Besitzer, hier mit seiner ebenfalls caprifahrenden Tochter Jana vor dem Henry-Ford-Denkmal in Köln, von diesem Capri trennen.

Farblich reizvoller Kontrast - dass zwischen diesen beiden I-ern deutlich mehr als 100 PS liegen, ist so nicht erkennbar.

Farblich reizvoller Kontrast - dass zwischen diesen beiden I-ern deutlich mehr als 100 PS liegen, ist so nicht erkennbar.

Auf mein emotionalstes Hoch folgte allerdings postwendend mein emotionalstes Tief. Auf der sonntäglichen Rückfahrt vom Schloss zum Werk nach Köln, meine Tochter Jana auf der Rückbank und einem Journalisten des Kölner Stadtanzeiger auf dem Beifahrersitz, passierte das Unheil. Bei rund 100 Stundenkilometern auf der Landstraße drang plötzlich schwarzer Qualm durch die Manschette des Schalthebels in den Innenraum. Im gleichen Moment spürte ich eine Gluthitze im Fußraum und Jana schrie von hinten. Ich trete auf die Bremse: nichts! OK, also Handbremse. Funktionierte, aber es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis der Capri stand.

Mit diesem Feuerlöscher kämpfte Tim gegen den Brand an.

Mit diesem Feuerlöscher kämpfte Tim gegen den Brand an.

Alle sprangen aus dem Fahrzeug. Ich zog noch an der Motorhaubenentriegelung, im 69er Capri ganz rechts auf der Beifahrerseite, und griff nach meinem 600 Milliliter-Feuerlöscher. Haube auf- Feuerball! Jetzt lief alles wie in einem Film ab und ich mittendrin. Mein Schutzengel war an diesem Tag richtig auf Zack und ich konnte tatsächlich das Feuer löschen. Auch mit Hilfe einiger Capri-Fahrer aus unserer Kolonne, die natürlich zur Hilfe eilten. Glück oder Unglück? Wohl eher ein Glück, denn mein Capri ist am Ende nicht komplett abgefackelt und die Württembergische Versicherung hat den Schaden ohne jede Diskussion vollständig bezahlt.

Die Ursache haben wir noch am Ort des Geschehens geklärt: Die Messinghülse am Ford-Einfachvergaser ist nach exakt 50 Jahren mal plötzlich aus dem Vergaser rausgebrochen und der Sprit wurde sodann über heiße Auspuffteile versprüht.

Mit heftigem Fahrtwind vermischt wurde unter dem Fahrzeug ein Feuerstrahl fast wie beim Start einer Saturn II-Rakete erzeugt. Dieser hat die Bremsflüssigkeit in der Leitung wohl in wenigen Sekunden verdampfen lassen und so die ,Hand-Not-Bremse‘ erforderlich gemacht. Aus dieser Geschichte sollte man folgendes gelernt haben: In jeden Capri gehört ein Feuerlöscher!

Den Capri habe ich nunmehr seit 31 Jahren und würde diesen niemals mehr verkaufen. Der Capri hat Geschichte geschrieben und ist ein Teil meines Lebens geworden.“

Der CCD-Wanderpokal ist hier für die kommenden zwölf Monate genau in den richtigen Händen. Tochter Jana (rechts) lockte Papa Tim (links) im Auftrag des Vereins zur Mitgliederversammlung in Kirchheim. Dort überreichte der 1. Vorsitzende, Anton Feßler, die Trophäe.

Der CCD-Wanderpokal ist hier für die kommenden zwölf Monate genau in den richtigen Händen. Tochter Jana (rechts) lockte Papa Tim (links) im Auftrag des Vereins zur Mitgliederversammlung in Kirchheim. Dort überreichte der 1. Vorsitzende, Anton Feßler, die Trophäe.

Tim Willenweber - Langzeitbesitzer eines Capri, langjähriges Szenemitglied und nicht zuletzt auch noch Förderer des Nachwuchses. Seine Tochter Jana nahm er bereits zu Treffen mit, als diese noch ein kleines Mädchen war.

Das beeindruckte sie nachhaltig: „Ich war als Kind total begeistert von diesen schönen Autos mit den langen Schnauzen. Schon bald sagte ich zu meinem Vater: ,Papa, wenn ich 18 werde, möchte ich, dass wir zusammen auf Capri-Treffen fahren.‘ So ist es gekommen, Jana fährt heute einen III-er und nicht selten sind sie gemeinsam unterwegs. Nebenher waren sie bereits zweimal im Fernsehen als wunderbare Repräsentanten unseres Lieblingsautos zu sehen.

Im SWR-Fernsehfilm „Das erste Auto - eine Liebe fürs Leben“ gehören die Willenwebers zu den Protagonisten. Dort wurde auch berührend auf den zweimaligen „Fast-Verlust“ des I-ers nach zwischenzeitlichem Verkauf und dem Brand eingegangen. „Der Capri ist ein untrennbarer Teil von mir. Die Leidenschaft mit der eigenen Tochter teilen zu können, macht das Ganze perfekt“, so Tim.

Der Film ist hier abrufbar. Gleiches gilt auch für „Motor mobil - Das Automagazin“ der Deutschen Welle. In der Sendung zum 50. des Capri sind Vater und Tochter ebenfalls in Aktion zu erleben.

Wanderpokal übergeben

Aufgrund der besonderen Hingabe zum Thema, als mehrmals öffentlich aufgetretener Sympathieträger für unsere Sache und der praktizierten Nachwuchsförderung überreichte Anton Feßler, 1. Vorsitzender des CCD, Tim Willenweber im Rahmen der Mitgliederversammlung am 5. November, den Wanderpokal des CCD.

 

Tim und Jana am Steuer von Janas III-er während der Dreharbeiten zum SWR-Film „Das erste Auto - eine Liebe fürs Leben“.

Tim und Jana am Steuer von Janas III-er während der Dreharbeiten zum SWR-Film „Das erste Auto - eine Liebe fürs Leben“.

Tim und Jana am Steuer von Janas III-er während der Dreharbeiten zum SWR-Film „Das erste Auto - eine Liebe fürs Leben“.

Capri in kleinen Teilen. Diesen I-er schlachtete Tim Willenweber einst gemeinsam mit Kumpel Dirk Stockschläger. „Mit dem Kennzeichen meines damaligen III-ers habe ich das Ding noch 100 Kilometer auf der Autobahn überführt, bevor wir ihn auseinander nahmen“, so Tim. Ist verjährt, der Missbrauch der Schilder.

Capri in kleinen Teilen. Diesen I-er schlachtete Tim Willenweber einst gemeinsam mit Kumpel Dirk Stockschläger. „Mit dem Kennzeichen meines damaligen III-ers habe ich das Ding noch 100 Kilometer auf der Autobahn überführt, bevor wir ihn auseinander nahmen“, so Tim. Ist verjährt, der Missbrauch der Schilder.

Capri in kleinen Teilen. Diesen I-er schlachtete Tim Willenweber einst gemeinsam mit Kumpel Dirk Stockschläger. „Mit dem Kennzeichen meines damaligen III-ers habe ich das Ding noch 100 Kilometer auf der Autobahn überführt, bevor wir ihn auseinander nahmen“, so Tim. Ist verjährt, der Missbrauch der Schilder.

Capri in kleinen Teilen. Diesen I-er schlachtete Tim Willenweber einst gemeinsam mit Kumpel Dirk Stockschläger. „Mit dem Kennzeichen meines damaligen III-ers habe ich das Ding noch 100 Kilometer auf der Autobahn überführt, bevor wir ihn auseinander nahmen“, so Tim. Ist verjährt, der Missbrauch der Schilder.

Capri in kleinen Teilen. Diesen I-er schlachtete Tim Willenweber einst gemeinsam mit Kumpel Dirk Stockschläger. „Mit dem Kennzeichen meines damaligen III-ers habe ich das Ding noch 100 Kilometer auf der Autobahn überführt, bevor wir ihn auseinander nahmen“, so Tim. Ist verjährt, der Missbrauch der Schilder.

[Text: Tim Willenweber & Marc Keiterling - Fotos: Willenweber, Rauhut, Appel & Keiterling]


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