Bei (Sonnen-)licht betrachtet: Capri und Manta dürfen nicht fehlen, wenn es im WDR-Fernsehen um das „Autoland NRW“ geht. Kulisse ist das einstige Hüttenwerk Duisburg-Meiderich, heute Teil des Landschaftsparks Duisburg-Nord.

Bei (Sonnen-)licht betrachtet: Capri und Manta dürfen nicht fehlen, wenn es im WDR-Fernsehen um das „Autoland NRW“ geht. Kulisse ist das einstige Hüttenwerk Duisburg-Meiderich, heute Teil des Landschaftsparks Duisburg-Nord.

Manta und Capri. Oder allgemeiner Opel und Ford. Es gibt viele Menschen, die würden hier das „und“ rigoros gegen das „gegen“ austauschen. Zwei Marken und zwei Modelle, die nicht zusammen gehen. Dies mag jeder bewerten, wie er will. Bei uns geht das. Richtig gut gar, Traumpaar! Die in unserem Haushalt harmonisch gelebte Kombination aus Manta (Frau Keiterling) und Capri (Herr Keiterling) brachten uns nun erneut ins Fernsehen.

Und das kam so: Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) plante zu Beginn des Jahres einen weiteren Beitrag für seine Dokumentationsreihe „Heimatflimmern“. Die Fernsehproduktionsgesellschaft „Prima Doma TV“ erhielt den Auftrag, einen 45-minütigen Film unter dem Titel „Wie NRW das Auto lieben lernte“ zu erstellen. Die beiden beauftragten Autorinnen, Anke Rebbert und Susanne Petersen, entwarfen eine thematische Palette und den Drehplan.

Das Autoland NRW

Autoproduktion in Nordrhein-Westfalen? Klar, Ford in Köln. Zwischen 1962 und 2014 Opel in Bochum, wo unter anderem das für viele schönste Auto des Hauses aller Zeiten, der GT, endmontiert wurde. Aber sonst? Doch, da gab es noch einiges mehr.

Die Brüder Martin und Friedhelm Wiesmann produzierten in Dülmen ab 1988 Roadster im Retro-Stil mit BMW-Technik. Bis 2013 entstanden gut 1.600 Exemplare.

Erich Bitter baute in Schwelm ab 1971 rassige Sportwagen auf der technischen Basis großvolumiger Opel.

Karmann betrieb von 1965 bis 2009 ein Zweigwerk in Rheine, hier liefen unter anderem Ford-Cabrios vom Band.

Am Rhein gab es auch einen echten Einzelfall. Der Chemiekonzern Bayer baute in Leverkusen 1967 den K67, einen Sportwagen mit Kunststoff-Chassis. Es blieb bei diesem Exemplar.

Die Hoffmann-Werke in Lintorf brachten 1954 die Kabine auf den Markt. 120 Autos wurden produziert, sie waren der Isetta sehr ähnlich. So ähnlich, dass es massive Plagiatsvorwürfe gab, die auch das Ende der Kabine bedeuteten.

Paul Kleinschnittger stellte in seiner sauerländischen Heimat Arnsberg zwischen 1950 und 1957 knapp 3.000 Kleinstwagen her. Der Nachfolger des F125 floppte, die Firma ging in den Konkurs.

Außerdem gab es noch die Karosseriebaufirmen Hebmüller aus Wülfrath und Deutsch aus Köln, die aus Serienfahrzeugen verschiedener Hersteller Cabrios zauberten.

Drehtag in Duisburg

Zurück in die Gegenwart. Susanne Petersen klingelte bei ihrer Recherche zum geplanten Film auch beim Öffentlichkeitsarbeiter des Capri Clubs Deutschland, dem 3. Vorsitzenden Frank Lehmann, durch. Ob er jemanden mit Capri kenne, der nicht weit entfernt von Duisburg lebe? Kennt Frank und erwähnte außerdem in diesem Telefonat, dass die Ehefrau Manta fährt. Mit dieser Kombination hatte die Produktion nicht gerechnet. Ein Capri und ein Manta, deren gefühlt „echtes Revier“ die einstige Malocher-Metropole Ruhrgebiet ist, wo sie sich manches heißes Duell lieferten, vereint in einem Haushalt! „Für unser Vorhaben war das ein absoluter Glücksfall, den wir uns nicht einmal im Traum ausgemalt hätten“, sagt Autorin Anke Rebbert.


Wir haben bei der Frage nach den Dreharbeiten sofort zugesagt. Wir haben beide an Fernsehprojekten großen Spaß, wie wir in der Vergangenheit schon mehrfach feststellen durften. Treffpunkt war dann das ehemalige Hüttenwerk Duisburg-Meiderich, heute als Teil des Landschaftsparks Duisburg-Nord erlebbar.

Erst testen, dann drehen.

Erst testen, dann drehen.

Erster Akt: Corona-Selbsttest. Das komplette neunköpfige Team (Kamera, Drohne, Ton, Autorinnen, Produzentin, Fotografin und wir) drehte zunächst den Stab in der Nase und stierte anschließend gebannt auf das beträufelte Plastikteil. Positiv: alle negativ.

Fotografin Daniela Loof (Mitte) knipst nur für den Film - und für uns.

Fotografin Daniela Loof (Mitte) knipst nur für den Film - und für uns.

Gedreht wurden in der beeindruckenden Kulisse zunächst verschiedene inszenierte Fahrszenen. Zum Drehbuch des Tages gehörte auch das ebenfalls inszenierte Fotoshooting. Daniela Loof, Ressortleiterin Foto beim Heinrich-Bauer-Verlag für Auto Zeitung, Classic Cars und Sport & Luxury Cars, setzte die Coupés professionell in Szene. Daniela hatte auch tatsächlich einen Chip in der Kamera, obwohl die Fotos für keine Veröffentlichung vorgesehen sind. Doch so kommen wir zu sehenswerten Bildern unserer Autos. Freude!

Gegen Nachmittag ließen wir an diesem Tag die historische Industriekulisse hinter uns und steuerten freie Straßen am Rhein an. Hier stieg erneut, wie schon im einstigen Hüttenwerk, die Drohne in den blauen Himmel und filmte Manta und Capri beim „Verfolgungsfahren“ unterhalb des Deiches am großen Fluss. Mehrfach düsten wir also den Streckenabschnitt hin und her, was einigen Zeitgenossen hörbar nicht passte.

Wer auf die Drohne zusteuert, muss darauf setzen, dass der Pilot sein Fluggerät rechtzeitig hochzieht...

Wer auf die Drohne zusteuert, muss darauf setzen, dass der Pilot sein Fluggerät rechtzeitig hochzieht...

Wer auf die Drohne zusteuert, muss darauf setzen, dass der Pilot sein Fluggerät rechtzeitig hochzieht...

Doppelscheinwerfer - doppelt...

Doppelscheinwerfer - doppelt...


Da wir beim Umdrehen der Fahrzeuge und Warten auf das nächste Startsignal kurzzeitig auf einem kombinierten Geh- und Radweg standen, zogen wir geballten Zorn auf uns. Walker, Radfahrer und Inliner bellten uns mit Nachdruck an. Einer zog gleich sein Mobilfunkgerät aus der Tasche, fotografierte uns und kündigte die Kontaktaufnahme mit dem Ordnungsamt an. Kann es sein, dass der Umgang miteinander immer rauher wird? Auf die Nachfrage im späteren Interview, ob wir auch Rad fahren würden, habe ich übrigens mit einem schlichten „Nein“ geantwortet.

Rund eine Woche später trafen wir uns alle zum zweiten Drehtag, wo zunächst die bereits erwähnten Interviews auf dem Programm standen. Dabei wurden wir selbstverständlich auch danach gefragt, wie es denn mit der Harmonie zwischen den beiden Fraktionen Opel und Ford stehe. Wahrheitsgemäß konnten wir unter anderem berichten, dass ich mit meiner Frau, Mitglied der Alt-Opel-IG, schon mehrfach mit großem Spaß die Jahrestreffen der AOIG erlebt habe und sie mich mit ebenso großem Vergnügen bei diversen Capri-Aktivitäten begleitet.

Auch wurden wir zu unseren Zukunftsvorstellungen befragt. Zeit zum Träumen - von einer Immobilie, wo wir unsere Autos sehr nah bei uns parken können. Wer stellt den schon gern die sehr geschätzten „Familienmitglieder“ in weiter entfernten Hallen ab?

Anschließend ging es wieder auf den Asphalt einer landschaftlich hübsch gelegenen Kreisstraße in Hünxe, wo weitere Fahraufnahmen aus verschiedenen Kamerapositionen gefertigt wurden.

Schließlich fand einige Tage später noch ein Oldtimertreffen in Krefeld statt. Hier sollte dokumentiert werden, wie vielschichtig und aktiv die Szene in NRW ist. Sicherlich ein Kompromiss, das zu dieser Zeit durchwachsene Wetter und die Unsicherheiten im Zuge der Corona-Pandemie standen einem Treffen mit großer Teilnehmerzahl etwas im Weg.

Rund zwei Dutzend Kreise fuhren wir zur Erstellung der Sequenz „Fotografin lichtet fahrende Oldtimer ab“ um Daniela Loof herum. Die Bilder wirken so, als wäre dies bei hohem Tempo geschehen, tatsächlich fuhren wir knapp 30 Stundenkilometer. Der teilweise mit Kieseln versehene Grund präsentierte sich anschließend in Teilbereichen wie gefegt.

Rund zwei Dutzend Kreise fuhren wir zur Erstellung der Sequenz „Fotografin lichtet fahrende Oldtimer ab“ um Daniela Loof herum. Die Bilder wirken so, als wäre dies bei hohem Tempo geschehen, tatsächlich fuhren wir knapp 30 Stundenkilometer. Der teilweise mit Kieseln versehene Grund präsentierte sich anschließend in Teilbereichen wie gefegt.

Wir kamen auch zu Wort - und warten jetzt gespannt auf die Ausstrahlung.

Wir kamen auch zu Wort - und warten jetzt gespannt auf die Ausstrahlung.

Wir kamen auch zu Wort - und warten jetzt gespannt auf die Ausstrahlung.

Wir kamen auch zu Wort - und warten jetzt gespannt auf die Ausstrahlung.

Bilanzierend können wir sagen, dass es mal wieder eine tolle Geschichte war, an dieser Produktion teilzunehmen. Der Film steht noch zur Ausstrahlung an. Den Termin findet Ihr hoffentlich bald auf unserer Homepage. Bereits am 21. April waren wir mit Manta und Capri auch in der WDR-Sendung „Markt“ zu sehen. Thematisch ging es dabei unter anderem um die Frage, was ein rollendes Kulturgut ausmacht und ob Autos ab den kommenden „H-Kennzeichen-Jahren“ – aktuell ist das 1991 – aufgrund ihrer Ähnlichkeit erhaltenswert sind. Zu finden ist dieser Beitrag in der WDR-Mediathek, Sendung Markt vom 21. April.

Im Angesicht der Drohne.

Im Angesicht der Drohne.

[Text: Marc Keiterling - Fotos: Daniela Loof, Petra Domres, Anke Rebbert & Marc Keiterling]