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Das Ringtaxi ist eine bekannte Geschichte. Verschiedene Anbieter offerieren eine schnelle Mitfahrt auf der Nordschleife des Nürburgrings. Im Regelfall sind dies aktuelle Fahrzeuge und so fällt es auf, wenn im Netz die Möglichkeit der zügigen Mitfahrt in einem flotten Capri offeriert wird.

Die beiden Mitzwanziger Marvin Kluth und Jan Kassing starteten ihr Projekt unter dem Namen „Jamapri Motorsport“ im ersten Jahr der Corona-Pandemie. Massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens zwangen die Menschen nach Hause. Das wurde den beiden jungen Herren aber schnell zu öde und so verbrachten sie die Pandemiezeit in der Garage. Herausgekommen ist dabei der „Jamapri Capri“.

2019 fanden sie die Rohkarosse eines I-ers aus dem Baujahr 1971 und machten sich ans Werk. Einige Fakten zum Auto: 2 Liter OHC-Motor mit 44 IDF Weber Vergasern. Zylinderkopf Stufe 3, Aluminiumkühler, 5 Gang-T9 Getriebe, Gewindefahrwerk, Überrollkäfig, Recaro Schalensitz, 4-/6- Punkt Gurte. Der Wagen trägt die eckige Verbreiterung des Gruppe 2-Autos, das Leergewicht beträgt 980 Kilogramm.

Den Umbau hat das Duo komplett allein gestemmt. Alles ist Eigenarbeit. An Marvins Eltern geht in diesem Zusammenhang ein großer Dank für die Bereitstellung der Werkstatt. „Wir haben ihre Nerven bei nächtlichen Arbeiten und an Wochenenden auch mal stark strapaziert“, räumt Marvin ein.

Via Instagram, über YouTube und mittels der eigenen Homepage ist Jamapri Motorsport zu finden. Hier werden auch die Taxifahrten angekündigt. Der 25-Jährige Marvin Kluth ist ausgebildeter Kfz-Mechatroniker im Motorsport und Oldtimerbereich sowie Student des Wirtschaftsingenieurwesens. Sein 28-jähriger Kollege Jan Kassing ist ausgebildeter Kaufmann und Student für Business Administration. Fragen an Marvin Kluth.

Wie kam es zum Capri?

„Ich habe schon mit 16 Jahren angefangen, Oldtimer zu restaurieren. Darunter war auch ein Capri III. Dieser war vom Preis erschwinglich, jedoch wollte ich lieber einen I-er. Schönere Linienführung, klare Kanten. Ein eigener Rennwagen war auch schon immer mein Kindheitstraum. Vier Jahre später, 2019, erfüllten sich somit zwei Träume auf einmal. Rohkarosse eines 1971er Capris und eigener Rennwagenaufbau. Das Projekt habe ich gemeinsam mit meinem Freund Jan angepackt.“

Was fasziniert Euch an Oldtimern und historischem Motorsport?

„Ein Oldtimer erzählt eine Geschichte. Jeder hat eine Eigenheit, seine ureigene DNA. Die Technik ist robust und leicht zu optimieren. Der Geruch, der Sound, das ist mit heutigen Fahrzeugen nicht zu vergleichen. Beim Fahren ist es so, dass so ein Auto ein hartes, direktes Feedback gibt. Fahrfehler werden kaum verziehen, es gibt keine Helferchen wie ABS, ESP, LC und mehr. Das ist richtiger Motorsport.“

Marvin Kluth (links) und Jan Kassing bauten sich in der Corona-Zeit einen Renn-Capri.

Marvin Kluth (links) und Jan Kassing bauten sich in der Corona-Zeit einen Renn-Capri.

Der Capri während eines GLP-Laufs in diesem Jahr.

Der Capri während eines GLP-Laufs in diesem Jahr.

Was sagen gleichaltrige Kollegen zu Eurem Projekt?

„Die sind wirklich beeindruckt, dass wir das alles allein gemacht haben. Wobei ich feststelle, dass viele Gleichaltrige weniger Interesse als die älteren Generationen haben. Diese verbinden oft echte Emotionen mit dem Capri. So nach dem Motto: erstes Auto, Autos des Vaters und so weiter.“

Wie viele Taxifahrten beziehungsweise Rennen habt Ihr dieses Jahr absolviert?

„Taxifahrten wurden in dieser Saison nur für Freunde und Bekannte angeboten. 2023 möchten wir das für Jedermann anbieten können, da wir sehr hohe Nachfrage danach haben. 2022 hatten wir sechs Trackdays am Nürburgring, in Meppen und in Zolder. Wir haben an fünf Gleichmäßigkeits-Veranstaltungen (GLP) teilgenommen. Oberstes Ziel in der ersten Saison war es, dass der Capri und dessen Technik durchhält. Das ist für 52 Jahre alte Technik nicht selbstverständlich. Wir sind meines Wissens nach das älteste Auto bei der GLP. Aktuell sind wir auf der Suche nach Sponsoren und Kooperationspartnern, um die nächste Saison durchzufinanzieren.“

Rasante Fahraufnahme auf dem Nürburgring.

Rasante Fahraufnahme auf dem Nürburgring.

Jan Kassing bei der Arbeit am Projekt. Die beiden jungen Herren nutzten die Lockdown-Zeit während der Pandemie.

Jan Kassing bei der Arbeit am Projekt. Die beiden jungen Herren nutzten die Lockdown-Zeit während der Pandemie.

Seid Ihr im Besitz von Rennfahrer-Lizenzen?

„Wir haben beide die Rennlizenz national C. Die GLP´s mit jeweils zweieinhalb Stunden Fahrzeit auf der Nürburgring-Nordschleife sollten eine gute Voraussetzung schaffen, erstens den Capri und sein Fahrverhalten kennen zu lernen und zweitens unsere Rennstreckenskills zu optimieren. Ich plane im nächsten Jahr die nationale A Lizenz zu absolvieren. Sie wird für höhere Rennserien gebraucht. Der Traum auf lange Sicht ist die Teilnahme an Oldtimer-Rennen. Wir wollen klein anfangen und schauen, wohin die Reise führt.“

[Text & Interview: Marc Keiterling - Fotos: Marvin Kluth]


Capri MK I [Bj. 68 - 73]

Capri MK I

Capri MK II [Bj. 74 - 77]

Capri MK II

Capri MK III [Bj. 78 - 86]

Capri MK III