Der Bahnhof Ahütte erhielt Besuch von drei Capri.
Mein Großvater war Lokomotivführer. Vielleicht der Grund für mein großes Interesse an der Eisenbahn und dabei besonders an ehemaligen Strecken und Bahnhöfen.
In diesem Jahr wurde ich auf den früheren Bahnhof Ahütte in der Eifel aufmerksam. Gebäude dieser Art gibt es durchaus einige in Deutschland. Doch dieser hier ist nicht verfallen, nicht im Privatbesitz, nicht „gleislos“. Er ist das Gegenteil. 1912 gleichzeitig mit der Strecke Dümpelfeld - Jünkerath eingeweiht, bis im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen der Personenverkehr auf dieser Nebenbahn 1973 eingestellt worden ist. Wenig später wurden auch bereits die Gleise in Ahütte demontiert - und die gesamte Bahnhofsanlage auf rund 10.000 Quadratmetern versank in einem fast 50-jährigen Dornröschenschlaf.
Bis dann nach langem Leerstand im Jahr 2018 auf private Initiative die Bemühungen zur Wiederbelebung der inzwischen unter Denkmalschutz gestellten Bahnhofsanlage begannen. Mit Unterstützung durch die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ und dem Dorferneuerungsprogramm des Vulkaneifelkreises konnte der Bahnhof schließlich in den Jahren 2021 und 2022 aus privaten Mitteln umfangreich saniert und instand gesetzt werden, um nun endlich wieder die Tore für Besucher zu öffnen. Es gibt ein gastronomisches Angebot und die Möglichkeit zur Übernachtung in historisch eingerichteten Zimmern.
Dank der Unterstützung aus sogenannten „Leader“-Mitteln der LAG Vulkaneifel befinden sich seit 2023 wieder zwei originale Schienenbusse an der Bahnsteigkante. Diese stehen auf einem Gleis, welches vor drei Jahren dorthin gelegt wurde, wo einst die Güterwaggons rollten.
Die Bilder dieses Ensembles faszinierten mich auf Anhieb. Ich schlug meiner Frau Beate ein paar Tage Aufenthalt dort vor, natürlich mit einem Capri. Gefragt, getan. Mit unserem grün-schwarzen II-er steuerten wir den Ort an, auch um einen farblich reizvollen Kontrast zu den roten Schienenbussen zu schaffen. Vorab habe ich noch die nicht weit entfernt lebenden CCD-Kollegen Walter Winkler und Frank Lehmann gefragt, ob wir nicht an einem Tag ein wenig gemeinsam Coupés bewegen wollen.
Sie wollten. Walter wählte aus seinem Fuhrpark das passende Exemplar zur Vervollständigung der Baureihen aus. So platzierten sich I-er, II-er und III-er nach einer schönen Tour über Kronenburg (ein wundervolles Dorf im deutsch-belgischen Grenzgebiet, bekannt durch sein gut erhaltenes, über 400 Jahre altes, mittelalterlich geprägtes Ortsbild) am Bahnhof.
Diesen kann ich Freunden einer Zeitreise sehr ans Herz legen. Dass das Fahren in der Eifel (auf und nieder, immer wieder) ein pures Vergnügen ist, füge ich hier nur mal der Vollständigkeit halber hinzu. Ist ja allgemein bekannt.
[Text: Marc Keiterling - Fotos: Frank Lehmann & Beate Keiterling]








