Immer wieder Fernsehen

Die sehenswerte Sendung „Auto-Ikonen“ im SWR am Jahresende 2020, Walter Winkler und sein Auftritt in der Sendung über die 60er Jahre im Dezember 2020 im WDR, der Beitrag mit Dieter Johannes ebenfalls im SWR Anfang Oktober 2020, die Filme zum 50. unseres Lieblingsautos 2019 im ZDF und bei der DW. Der Capri fuhr zuletzt immer wieder über die Mattscheibe. Am nächsten Mittwoch tut er es wieder – diesmal gemeinsam mit dem Opel Manta.

Am 21. April ist in der WDR-Sendung „Markt“ ab 20.15 Uhr ein Beitrag zum Thema Oldtimer zu sehen. Über ihre Leidenschaft sprechen dabei Beate und Marc Keiterling. Beate in ihrem Manta GT/E, Marc in seinem Capri III. Thematisch geht es dabei unter anderem um die Frage, was ein rollendes Kulturgut ausmacht und ob Autos ab den kommenden „H-Kennzeichen-Jahren“ – aktuell ist das 1991 – aufgrund ihrer Ähnlichkeit erhaltenswert sind.


Beate und Marc Keiterling im Fokus.

Beate und Marc Keiterling im Fokus.

Anna Planken moderiert die Sendung „Markt“ im WDR.

Anna Planken moderiert die Sendung „Markt“ im WDR.

Capri und Manta vor der Kamera.

Capri und Manta vor der Kamera.

[Text & Fotos: Marc Keiterling]


Deutsche Antwort auf Mustang

Das Hambacher Schloss ist immer einen Ausflug wert: Kai Tobie und sein Ford Capri.

Das Hambacher Schloss ist immer einen Ausflug wert: Kai Tobie und sein Ford Capri.

Wenn Capris in den Medien auftauchen…“ – so beginnt der Satz, wenn die Aktuell Berichterstattungen über unser Lieblingsauto in einer Zweitverwertung aufgreift. Unser Clubmitglied Kai Tobie weckte mit seinem Wagen das Interesse der größten Tageszeitung in der Pfalz. „Die Rheinpfalz“ druckte am 25. Februar 2021 einen Bericht über den Mann aus Limburgerhof mit dem Kölner Coupé. Er war mit Autor Claus Jürgen Holler und Fotograf Kai Mehn unterwegs, wir danken der „Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH“ für die freundliche Genehmigung zur Übernahme des Artikels.

Zu Hause waren sie in Vorstadtgaragen, ihr Jagdrevier waren Disco-Parkplätze: Opel Manta und Ford Capri waren die Lifestyle-Coupés der 70er- und 80er-Jahre. Viele von ihnen endeten an Straßenbäumen, als verbaute Tuningkarossen oder an der Grube des TÜV-Prüfers. Einige haben überlebt – wie der Capri 2.3 S von Kai Tobie. Tobie, ein waschechter Hambach-Fan, den es beruflich mittlerweile nach Limburgerhof verschlagen hat, hat sich auf unseren Aufruf gemeldet und wollte uns sein Garagengold vorstellen: Einen Capri der dritten Generation, die zwischen 1978 und 1986 gebaut wurde.

Charakteristisch für den Capri ist die langgezogene Schnauze und der „böse Blick“ der oben angeschnittenen Doppelscheinwerfer im Kühlergrill. Optisch ein typischer Muscle-Car – der Capri war die europäische Antwort auf den in Amerika überaus erfolgreichen Mustang – kam er leistungsmäßig allerdings eher schwachbrüstig daher: Zum Einstieg gab es damals zwei 1600er-Vierzylinder-Triebwerke mit 68 beziehungsweise 72 PS, für den Sprint von 0 auf 100 nahmen sich diese Capris um die 15 Sekunden Zeit. „Ein Vierzylinder wäre mir zu klein gewesen“, sagt denn auch Tobie, der viele Jahre auf der Suche nach seinem Traum-Capri war – mit sechs Zylindern unter der Haube. Davon waren seinerzeit gleich drei im Angebot, mit 2,0, 2,3 oder 2,8 Litern Hubraum, wobei die Spitzenmotorisierung etwa 185 PS auf die Hinterachse transportierte und dem Capri den Ruf der Heckschleuder einbrachte. Für Traktionsprobleme bei Nässe reicht freilich auch die 2,3 Liter-Maschine von Kai Tobie mit ihren 114 PS – etwa so viel wie der GTI im Golf I. „Wenn man im Regen nicht dran denkt, schlenkert man schon auf die Autobahn“, weiß Tobie.

Doch mit seinem Capri ist er in der Regel eher kommod unterwegs – auf Tagesausflügen mit seiner Freundin, immer gerne aber auch bei Oldtimer-Rallyes in Kaiserslautern, Ramberg, Baden-Baden oder Freiburg. „Da trifft man immer nette Leute und es gibt gute Gespräche“, berichtet der IT-Fachmann mit Benzin im Blut – dem Auslöser dafür, dass er sich vor vielen Jahren auf die Suche nach seinem Traum-Capri machte.

Etliche Autobahn-Kilometer absolvierte er dabei für die Besichtigung diverser verbauter Ruinen, Rostlauben oder notdürftig verkaufslackierter Garagenfunde: „Da wollten mir Leute ernsthaft erklären, dass es normal war, dass Seitenscheiben mit Badezimmersilikon eingepasst sind“, schüttelt er den Kopf. 2015 stieß er dann aber auf eine vielversprechende Anzeige: in Offenburg stand ein Capri V6 zum Verkauf, 15 Jahre stillgelegt mit original 85.000 Kilometern auf der Uhr. Vor Ort fand er dann das blaue Coupé vor, in vergleichsweise gutem Zustand und zu einem Preis, den er sich leisten konnte, aber mit Automatikgetriebe – für Tobie eigentlich ein No-Go.

Auch das Armaturenbrett ist ein echter Hingucker.

Auch das Armaturenbrett ist ein echter Hingucker.

„Meine Freundin hat mir dann aber die Pistole auf die Brust gesetzt“, erinnert er sich: „Wir haben uns so viel Schrott angeschaut, den nimmst Du jetzt“, habe sie gesagt. Und so traten sie aus Baden-Württemberg die Rückreise in die Pfalz an, mit den Capritypischen Roststellen an der A-Säule und den Radläufen sowie einem Motor mit wenig Kompression: „Der blaue Rauch aus dem Auspuff passte ganz gut zur verblichenen Wagenfarbe, aber auf Dauer wurde mir das Öl dann doch zu teuer“, erinnert er sich. Und so wurde die Karosserie bei einer befreundeten Werkstatt auf Vordermann gebracht, dem Capri neuer Lack in Originalfarbe spendiert und dem Motor in Bayern eine Generalüberholung gegönnt.

Maximal Tempo 100 galt für die ersten Kilometer, „da haben mich die Lastwagen auf der Autobahn überholt“, sagt er über eine gefühlt sehr lange Rückfahrt, doch die Entschleunigung am Volant des Sportcoupés sei bis heute geblieben. „Mit so einem Auto hat man’s nicht eilig“, ist er überzeugt.

Man sollte es auch nicht eilig haben, denn allein die Präsenz des 38 Jahre alten Wagens sorge für reichlich Gesprächsstoff mit Passanten: „Fast jeder hat eine Geschichte zum Capri zu erzählen, und sei es nur die, dass der Betreffende selbst von solch einem Auto träumte, dann aber doch ein Granada dabei rauskam“, berichtet Tobie von zahlreichen spontanen Unterhaltungen beispielsweise an der Zapfsäule.

„Das Auto weckt positive Emotionen“, so seine Erfahrung: Gerade bei Oldtimer-Veranstaltungen blieben Passanten eher an seinem Ford stehen, als dass sie mit den Fahrern historischer Porsche plauderten. Allzu forsche Fahrweise empfehle sich allerdings auch noch aus einem anderen Grund nicht: Die Bremsen seien für das Fahrzeug eigentlich unterdimensioniert, weshalb viele Capri-Fahrer auf Umbauteile aus der Granada-Reihe setzen würden: „Das habe ich nicht gemacht, ich fahre lieber vorausschauend und lasse es langsam angehen.“ Vielleicht mit ein Grund, dass sich der Wagen mit vergleichsweise bescheidenen 12 Litern zufrieden gibt – freilich vom guten Super plus …

Fast 30.000 Kilometer hat Tobie mittlerweile mit seinem Ford zurückgelegt, weitgehend pannenfrei, wie er betont: „Eigentlich wäre das ein tolles Alltagsauto, aber dafür ist er mir zu schade“, sagt er. Dass der Capri ein wenig zum Familienmitglied geworden ist, merkt man auch an den Details, die Tobie seinem Coupé spendiert hat: Aus dem Antiquariat hat er sich eine Originalausgabe des Playboy vom April 1983, dem Datum der Erstzulassung, besorgt, auf der Heckscheibe prangt ein zeitgenössischer „Atomkraft – nein danke!“-Aufkleber, und zurzeit ist er auf der Suche nach einem passenden Kindersitz: Sein kleiner Sohn soll endlich auch mitfahren dürfen, sich in sechs Jahren vielleicht darüber freuen, dass er „von einem coolen Papa nicht mit einem Geländepanzer in die Schule gefahren wird“ und zu seinem 18. Geburtstag möglichst sagen: „Den will ich haben, Papa.“

Mal abgesehen von kleinen Schönheitsfehlern wie dem gerissenen Armaturenbrett könnte der Capri das durchaus erleben. Ob die Oldies dann aber noch solche Sympathieträger wie heute sind, will Tobie nicht beschwören: „Heute sind Fahrzeuge mit H-Kennzeichen durchaus akzeptiert, aber wenn immer mehr Schindluder getrieben wird, könnte die Stimmung kippen“, sagt er im Hinblick auf so manches Fahrzeug ohne jeglichen musealen Charakter, das ihm schon begegnet ist.

[Text: Claus Jürgen Holler - Fotos: Kai Mehn - Quelle: Die Rheinpfalz]


Wunsch-Capri im Ausland entdeckt?

Was man beim Import eines Oldtimers beachten muss.

Du hast Deinen Wunsch-Capri im Ausland entdeckt? Der ADAC erklärt, was man beim Import von Oldtimern beachten muss und welche Kosten entstehen.

Der Erwerb eines Oldtimers in einem anderen Land der EU ist seit 1993 kein Zollvorgang mehr. Folglich fallen auch keinerlei Grenz- und Zollformalitäten an.

Wer ein Fahrzeug aus dem Nicht-EU-Ausland einführen möchte, sollte beachten: Die Zollanmeldung/Deklaration muss beim ersten Zollamt der EU erfolgen, in dem das Fahrzeug auf dem Land-, Wasser- oder Luftweg ankommt. An dieser Außengrenze der EU kann man die Verzollung gleich komplett erledigen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, sich einen Einfuhrbeleg (Transitschein) aushändigen zu lassen und mit diesem dann beim zuständigen Zollamt des eigenen Wohnorts den Zollvorgang abschließen.

Folgende Kosten kommen auf den Käufer zu: Der Einfuhrzoll in Höhe von zehn Prozent, berechnet auf den Wert des Fahrzeuges zum Zeitpunkt der Einfuhr (in der Regel der Kaufpreis) plus Verpackungs- und Frachtkosten, und die Einfuhrumsatzsteuer in der Höhe von 19 Prozent, berechnet auf Kaufpreis plus Verpackungs- und Frachtkosten plus Einfuhrzoll.

Als Nachweis dafür, dass der Einfuhrvorgang erledigt ist, wird eine sogenannte Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Zollamt ausgestellt. Diese wird für die spätere Zulassung des Fahrzeuges unbedingt benötigt.

Bei der Zollanmeldung kann es sein, dass eine Kaution (Zollsicherheit) hinterlegt werden muss. Sie soll sicherstellen, dass die Einfuhrabgaben auch wirklich im Zielland bezahlt werden oder bei einem Transit das Fahrzeug auch wieder ausgeführt wird. Die Kaution wird bei der Ausreise wieder zurückerstattet oder mit der eigentlichen Zollforderung verrechnet. Erfolgt die Zollanmeldung bei einem deutschen Zollamt, kann auch die Vorauszahlung der Kfz-Steuer verlangt werden.

Der Ursprungsnachweis

Die EU hat mit vielen Ländern sogenannte Präferenzabkommen geschlossen, wie etwa mit der Schweiz und Norwegen (die sogenannten „EFTA-Länder“). Mit dem Präferenznachweis entfällt bei der Einfuhr die Zollzahlung, aber nicht die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer. Für die Zollbefreiung muss ein Ursprungsnachweis in Form der Warenverkehrsbescheinigung vorliegen. Das Präferenzabkommen gilt jedoch nur, wenn das Fahrzeug ein Produkt der EU oder des präferenzbegünstigten Landes ist.

Auch bei der Ausfuhr kann diese Warenverkehrsbescheinigung eine Rolle spielen, wenn mit dem Zielland ein Präferenzabkommen besteht. Am besten fragt man beim Hersteller nach, ob die Bescheinigung für das Fahrzeug ausgestellt werden kann. Vor der Ausfuhr muss die Warenverkehrsbescheinigung vom deutschen Zoll bestätigt werden. Achtung: Nach erfolgter Ausfuhr ist die Bestätigung der Warenverkehrsbescheinigung nicht mehr möglich.

Das Sammlungsstück

Unter bestimmten Voraussetzungen werden Oldtimer bei der Einfuhr in die EU als Sammlungsstücke definiert. Das bedeutet: kein Zoll und ein verminderter Einfuhrsteuersatz von sieben Prozent. Die Kriterien zum Zolltarif 9705 sind in der Kombinierten Nomenklatur der EU im Kapitel 97 festgehalten worden. Demnach sind drei Voraussetzungen für die Einstufung als Sammlungsstück erforderlich. Das Fahrzeug muss sich in seinem Originalzustand befinden, ohne wesentliche Änderungen oder Umbauten. Es muss mindestens 30 Jahre alt sein (außer es war bei einem geschichtlichen Ereignis im Einsatz oder hat als Rennfahrzeug bedeutende Erfolge errungen). Das Fahrzeugmodell darf nicht mehr hergestellt werden.

Korporativclub im ADAC e.V.

Wichtig ist, dass der Einführer sein Fahrzeug gleich bei der Zollanmeldung als Sammlungsstück deklariert. Die Entscheidung, ob es tatsächlich als solches eingestuft wird, trifft aber letztendlich das zuständige Hauptzollamt. Deshalb sollte man mit dem Zoll bereits vor dem Kauf des Fahrzeuges Rücksprache halten.

Kauf und Überführung

In jedem Fall sollte ein schriftlicher Kaufvertrag abgeschlossen sein. Dieser ist der Eigentumsnachweis, bis das Fahrzeug in Deutschland zugelassen ist. Preis, Ausstattung und Übergabetag sollten grundsätzlich im Kaufvertrag festgehalten werden. Man sollte sich außerdem alle im Kaufland üblichen Fahrzeugpapiere unbedingt im Original aushändigen lassen. Es ist ratsam, alles mitzunehmen, was die Geschichte des Wagens dokumentiert.

Mit der Mehrwertsteuer verhält es sich wie folgt: Wer als Privatperson einen Oldtimer von einer Privatperson kauft, zahlt keine Mehrwertsteuer. Weder im Kaufland noch in Deutschland. Wer als Privatperson bei einem Autohändler oder einer Auktion kauft, zahlt den Bruttopreis einschließlich der landesüblichen Mehrwertsteuer. In Deutschland fällt keine weitere Mehrwertsteuer an, dafür bekommt man die ausländische Mehrwertsteuer auch nicht zurück.

Zur Überführung von Oldtimern gibt es mehrere Möglichkeiten: Problemlos ist immer der Transport auf dem Anhänger, weil dazu weder eine Versicherung noch eine Zulassung notwendig ist. Völlig korrekt ist immer auch ein Ausfuhrkennzeichen des Kauflandes. Das Kennzeichen und auch die Kfz-Versicherung dazu sind aber manchmal nur für viel Geld und/oder unter Schwierigkeiten zu bekommen.

Das Fahrzeug kann auch mit der ausländischen Zulassung nach Deutschland gefahren werden. Vergewissere Dich jedoch unbedingt, dass die Zulassung und die Kfz-Versicherung, die der Vorbesitzer für das Fahrzeug abgeschlossen hat, noch aktiv ist und Du als Fahrer für die Überführungsfahrt versichert bist.

Beim Kauf eines Capri im Ausland gibt es einiges zu beachten.

Beim Kauf eines Capri im Ausland gibt es einiges zu beachten.

[Quelle: Pressemitteilung ADAC e.V. vom November 2019]


ADAC sieht keine Gefahr für Oldies

Club teilt die Sorge wegen einer Änderung des Straßenverkehrsgesetzes nicht

In der ADAC Zentrale, den Regionalclubs, den knapp 1.800 Ortsclubs sowie den 1.100 Einzelclubs in den rund 70 Korporativclubs liefen Anfang Juni zahlreiche Anfragen von Oldtimer- und Motorrad-Freunden auf, die sich auf §6 Absatz 4 des Straßenverkehrsgesetzes bezogen.

Argumente nicht nachvollziehbar

Die Sorgen waren diffus, liefen aber insgesamt auf einen Kern hinaus: Es wurde befürchtet, dass auf Grundlage der Neufassung Sperrungen und Fahrverbote für Oldtimer und Motorräder aus Gründen des Lärmschutzes oder der Luftreinhaltung erlassen werden könnten, oder bestimmte Fahrzeuge insgesamt aus dem Verkehr gezogen werden könnten. Die Unruhe wurde zusätzlich durch eine offene Petition zu diesem Thema, durch Artikel in Zeitschriften und soziale Medien geschürt.

Der ADAC sieht keine Gefahr für einen Ausschluss historischer Fahrzeuge.

Der ADAC sieht keine Gefahr für einen Ausschluss historischer Fahrzeuge.

Nach intensiver Prüfung zusammen mit den Fachleuten der Juristischen Zentrale kann der ADAC diese Sorge nicht teilen. Der Club teilte mit, dass er keine Verschärfung durch die neue Formulierung sehe. Man könne die Argumentation der Petition und die dargestellten Auswirkungen des neuen §6 Absatz 4 StVG auf Oldtimer und andere Fahrzeuge nicht nachvollziehen.

Es werde ein Bestandsschutz im rein zulassungsrechtlichen Sinn und der im Verhaltensrecht durch die Petenten vermischt. Es gehe nicht um die Frage, ob ein Fahrzeug weitergenutzt werden kann sondern vielmehr um das „Wie“ und mögliche Einschränkungen bei der Nutzung. Ziel der Neufassung des §6 StVG sei, die bestehenden Rechtsgrundlagen neu zusammenzufassen und besser verständlich darzustellen. Dem trage auch Absatz 4 des § 6 Rechnung. Eine Verschärfung der bisher schon möglichen Regelungen erkennt der ADAC nicht.

„Wir lieben Oldtimer“

In diesem Zusammenhang macht der ADAC auf den Flyer „Wir lieben Oldtimer“ aufmerksam. „Unsere historischen Fahrzeuge sind Automobiles Kulturgut. Oldtimer machen nur knapp ein Prozent des gesamten Kfz-Bestandes aus. Mit der geringen Laufleistung von circa 1.500 Kilometern pro Jahr liegen die Fahrleistungen aller Oldtimer im Promillebereich im Vergleich zu den Fahrleistungen des gesamten Fahrzeugbestandes. Diese und weitere Fakten haben wir gemeinsam mit anderen deutschen Oldtimer-Verbänden im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Historische Fahrzeuge (AGHF) in dem besagten Flyer zusammengefasst. Wir denken, dass diese Zusammenstellung hilfreich sein kann, um in einer manchmal aufgeheizten Diskussion sachliche Argumente für das Fahren unserer geliebten Oldtimer parat zu haben“, teilt der ADAC mit.

Den Flyer gibt es hier zum Download:

Der Petent hatte mit seiner Petition der Sorge Ausdruck verliehen, dass es mit der neuen Formulierung der Bundesregierung möglich sein könnte, willkürlich Maßnahmen und Verordnungen umzusetzen, welche unter anderen starke Einschnitte in die persönliche Lebenssituation bedeuten. Beispielsweise sei die Formulierung „Schutz vor Lärm“ beliebig durch die Gesetzgebung interpretierbar. Was heute noch erlaubt war, könne morgen als Lärm bewertet und somit verboten werden. Es handele sich um ein subjektives Kriterium welches schwer qualitativ oder quantitativ bewertet werden kann. Es wären als Konsequenz jederzeit und allerorts Sperrungen für Oldtimer möglich.

Die Petition richtete sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, ihre Mitzeichnungsfrist lief am 6. Juli ab. Das Quorum von 50.000 Unterstützungen war bereits Mitte Juni erreicht. So wird der Initiator in öffentlicher Ausschusssitzung angehört.

Korporativclub im ADAC e.V.

[Text: Marc Keiterling | Quelle: Pressemitteilung ADAC e.V. - Foto: Marc Keiterling]


Oldtimer-Status bei einem Prozent

Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht jährlich eine Auswertung der Bestandszahlen der Kraftfahrzeuge und - Kraftfahrzeuganhänger zum 1. Januar. Unser Partner ADAC hat diese Zahlen zum Ende des Jahres 2020 analysiert und verschiedene Aspekte aus der Perspektive von Oldtimer-Besitzern zusammengefasst.

Anstieg um elf Prozent

Den KBA-Zahlen zufolge stieg der Bestand an Kfz und Kfz-Anhänger mit Oldtimer-Status im Vergleich zu 2019 um elf Prozent auf 660.520. Damit wurden im letzten Jahr 65.474 mehr Kfz und Kfz-Anhänger als historische Kraftfahrzeuge in Deutschland zugelassen. Den größten Anteil an Oldtimer-Fahrzeugen bildeten mit 88,5 Prozent die Pkw (584.509 Fahrzeuge).

Vom Gesamtbestand in Deutschland mit 66,9 Millionen zugelassenen Kfz und Kfz-Anhänger zum 1. Januar 2021 haben etwa ein Prozent den Oldtimer-Status. Nicht jedes Fahrzeug, welches theoretisch mit einem H-Kennzeichen zugelassen werden könnte, wird tatsächlich auch als Oldtimer zugelassen. Nicht erfasst werden bei diesen Zahlen bekanntlich Fahrzeuge, die mit dem roten 07er-Sammelkennzeichen bewegt werden. Ebenso ist die Zahl nicht bewegter, aber vollständig erhaltener und gegebenfalls einsatzfähiger Fahrzeuge unbekannt.

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Entwicklung Kfz und Kfz-Anhänger mit H-Kennzeichen in Deutschland jeweils zum 1.1.

Als Oldtimer dürfen Fahrzeuge und Anhänger bezeichnet werden, welche vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen (§2 Nummer 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung - FZV). Durch ein entsprechendes Gutachten nach §23 StVZO können diese als Oldtimer anerkannt und mittels dem am 1. Januar 1997 eingeführten H-Kennzeichen als solche kenntlich gemacht werden.

Den entsprechenden Zustand seines Fahrzeugs muss sich der Halter über ein Oldtimergutachten bestätigen lassen. Die Kosten für ein Oldtimer-Gutachten können von 80 bis hin zu 200 Euro variieren.

Wird das H-Kennzeichen gewährt, so werden für den Oldtimer unabhängig von Hubraum und Verbrauch pauschal 191,73 Euro Kfz-Steuer fällig. Motorräder werden pauschal mit 46,02 Euro besteuert. Zudem unterliegen Fahrzeuge mit H-Kennzeichen keinen Einfahrtsbeschränkungen in Umweltzonen. Dies gilt auch für das rote 07er-Sammelkennzeichen. Mit einem Oldtimer darf man also bislang noch überallhin fahren, für das 07er gelten verschiedene Nutzungseinschränkungen.

Sparen können Oldtimer-Besitzer bei der Kfz-Versicherung. Weil ein Oldtimer in der Regel weniger und anders bewegt wird als herkömmliche Autos, halten die Assekuranzen und Spezialversicherer spezielle Tarife bereit, die meist unter konventionellen Angeboten liegen. Zudem können Autos mit H-Kennzeichen ab 1. Oktober 2017 auch nur saisonal zugelassen werden, was weiteres Sparpotenzial birgt. Mit der Kombination aus H- und Saisonkennzeichen ist es möglich, seinen Oldie beispielsweise nur einige Monate im Jahr zuzulassen. Außerhalb des Geltungszeitraums darf das Fahrzeug allerdings nicht im öffentlichen Verkehrsraum gefahren werden – und auch nicht abgestellt werden.

Zurück zur Auswertung durch den ADAC. Die Aufteilung nach Altersgruppen zeigt auf, dass die Gruppe der Fahrzeuge, die mindestens 40 Jahre und älter sind, im Verhältnis zu Fahrzeugen mit einem Alter zwischen 30 und 39 Jahren in den letzten zehn Jahren deutlich angewachsen ist. Diese Zahlen belegen, dass es keine Schwemme von Youngtimern gibt. Dieses Thema wird sowohl in Oldtimerkreisen als auch bei manchen Verfechtern der Verkehrswende weg vom Individualverkehr immer wieder einmal diskutiert. Gern wird auch einmal eine mögliche Umgehung von Zufahrtsverboten in Umweltzonen sowie der konstruierte Aspekt einer möglichen Steuerhinterziehung durch die unabhängig von Hubraum und Verbrauch pauschale Kfz-Steuer angesprochen.

Oldtimer mit und ohne H-Kennzeichen nach Altersgruppen zum 1.1.2021

Vergleich Altersgruppen Oldtimer aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge mit Oldtimerstatus von 10 Jahren

Entwicklung des Fahrzeugbestandes mit Oldtimerstatus im Zeitraum von 10 Jahren

[Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) & ADAC e.V. - Klassik Interessenvertretung]


Mit welchem Kennzeichen ins Ausland?

Achtung bei der 07-er Zulassung - keine Probleme mit dem H oder der Saison

Wer mit dem Oldtimer ins Ausland fährt, sollte die Vorschriften kennen: Wohin darf man mit H-Kennzeichen oder rotem 07er-Kennzeichen? Wo ist das D-Schild Pflicht und was gilt in Umweltzonen?

Wer ein H-Kennzeichen an seinem Capri hat, muss auf Reisen keine Probleme befürchten: Damit gibt es keine Einschränkungen für Fahrten ins Ausland. Das H-Kennzeichen dient dem Dauerbetrieb des Fahrzeugs, während das rote 07-Kennzeichen ausreicht, wenn nur die gelegentliche Teilnahme an Veranstaltungen geplant ist. Voraussetzung für beide Kennzeichen ist ein Mindestalter von 30 Jahren (Erstzulassung, nicht Baujahr). Für die Einstufung als Oldtimer ist in beiden Fällen eine spezielle Begutachtung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieur erforderlich.

Beim Saison-Kennzeichen für Fahrzeuge, die nicht das ganze Jahr genutzt werden, legt man verbindlich fest, für welchen zusammenhängenden Zeitraum- mindestens zwei, höchstens elf volle Monate - das Fahrzeug zugelassen sein soll. Die Kombination von H-Zulassung und Saisonkennzeichen ist ebenfalls möglich. Auch beim Saisonkennzeichen gelten bei Fahrten ins Ausland während der Gültigkeitsdauer keine Einschränkungen.

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Mit dem roten 07-er Wechselkennzeichen für mehrere Fahrzeuge sind nur die Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen, An- und Abfahrten hierzu sowie Probe-, Überführungs- und Prüfungsfahrten zum Zweck der Wartung oder Reparatur (sog. Werkstattfahrten) gestattet. Für Fahrten im Ausland muss das 07er-Kennzeichen von den dortigen Behörden nicht anerkannt werden, auch wenn es in der Praxis häufig toleriert wird, wenn die Eintragung der Daten im Fahrzeugschein von der Zulassungsstelle vorgenommen wurde. Aus einigen Ländern, wie beispielsweise aus Frankreich und den Benelux-Staaten, wurden dem ADAC immer wieder einmal Beanstandungen gemeldet, so dass Schwierigkeiten mit hohen Bußgeldern und gegebenenfalls einer Fahrzeugbeschlagnahme nicht ausgeschlossen werden können. Bei Rallyes und Ausfahrten ins Ausland sollten Veranstalter eine entsprechende Genehmigung bei den zuständigen Behörden beantragen.

Wer schon einmal mit einem 07er-Kennzeichen Anerkennungsprobleme im Ausland hatte, wird gebeten, diese Erfahrungen den Oldtimer-Experten des ADAC mitzuteilen. Dies ist per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.

Auch das rote 06-er Händlerkennzeichen wird nicht überall akzeptiert. Dieses Kennzeichen, das nicht nur auf Oldtimer beschränkt ist, bleibt gewerblichen Nutzern (Händlern, Herstellern, Werkstätten und anderen) vorbehalten für Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten. Es wird im Ausland nicht überall akzeptiert, da der hierfür ausgegebene rote Fahrzeugschein nicht dem internationalen Straßenverkehrsübereinkommen entspricht. In Österreich und in Italien wird es meist toleriert, in anderen Ländern kann die Verwendung problematisch sein.

Das Kurzzeit-Kennzeichen mit den Nummern 03 oder 04 für Probe- und Überführungsfahrten wird für maximal fünf Tage ausgestellt. Auch dieses Kennzeichen wird im Ausland nicht überall akzeptiert. In Dänemark, Österreich und Italien wird es aufgrund von Abkommen anerkannt, in anderen Staaten allenfalls toleriert.

Unzulässig ist die Praxis, mit einem roten 06-er Händlerkennzeichen oder einem Kurzzeitkennzeichen aus Deutschland „im Gepäck“ anzureisen, das Schild dann im Ausland an einem Kfz oder Anhänger anzubringen und so nach Deutschland zu fahren. Diese nicht erlaubte Fernzulassung kann hohe Strafen zur Folge haben.

Rallyes und Ausfahrten

Für Rallyes müssen Oldtimer bei allen Fahrten auf öffentlichen Straßen eine gültige Straßenzulassung besitzen. Bei internationalen und nationalen Renn-/Rallye- und Gleichmäßigkeitswettbewerben im Rahmen der FIA/DMSB-Gruppen haben Standard-Kennzeichen (Eurokennzeichen), Saison-Kennzeichen (innerhalb des angegebenen Zeitraumes) und H-Kennzeichen Gültigkeit. Dagegen sind rote 06-er Händlerkennzeichen, Kurzzeit-Kennzeichen (03-er oder 04-er) und Ausfuhr-Kennzeichen bei solchen Veranstaltungen nicht erlaubt.

Bei roten 07er-Kennzeichen gibt es bei sportlich orientierten Wettbewerben teilweise Zusatzbestimmungen – diese sollten vorher beim Veranstalter abgefragt werden beziehungsweise sind in den Ausschreibungsunterlagen verzeichnet.

Das genormte D-Schild (11,5 x 17,5 Zentimeter) ist nach wie vor für Pkw und Motorräder in allen Nicht-EU-Ländern Pflicht. Nur in EU-Ländern sowie in der Schweiz, Liechtenstein und Norwegen wird das kleine D im Euro-Kfz-Kennzeichen anerkannt. Bei Nichtbeachtung drohen Geldbußen.

Umweltzonen

Für Umweltzonen in Deutschland gilt bekanntlich: Freie Fahrt mit H-Kennzeichen oder rotem 07-Kennzeichen. Fahrteinschränkungen für Oldtimer im benachbarten Ausland hatten die europäischen Oldtimer-Verbände jahrelang verhindert. Doch auch in Städten in Europa werden immer mehr verschiedene Zufahrtsbeschränkungen und -verbote eingerichtet. Teilweise ähneln diese Umweltzonen denen in Deutschland (zum Beispiel CRIT’Air in Frankreich), hinzu kommen Umweltzonen zur Senkung der Schadstoffbelastung, Zufahrtsbeschränkungen zur Verkehrsberuhigung, zeitlich begrenzt oder mit Straßenmaut. Wer mit dem Oldtimer in andere Länder reist, sollte sich grundsätzlich im Vorfeld über die verschiedenen Regelungen informieren.

Mit dem 07-er kann es im Ausland Probleme geben.

Mit dem 07-er kann es im Ausland Probleme geben.

Mehr Infos und den kompletten ADAC Oldtimer Ratgeber mit allen Infos gibt es zum Gratis-Download unter der Rubrik Oldtimer & Youngtimer.

[Text: Pressemitteilung ADAC e.V.]