Der CCD wird immer internationaler

Längst schon hat der Capri Club Deutschland Freunde und Mitglieder über die Grenzen unseres Landes hinaus gefunden. Auch einige Abonnenten der Capri aktuell lassen sich unsere Zeitschrift zusenden. Wie aber verstehen sie alle, was hier geschrieben steht? Und wie sind sie überhaupt auf den CCD aufmerksam geworden?

Diese Frage haben wir exemplarisch Per Lyngsaa Madsen gestellt. Der Däne meldete sich Ende 2020 bei uns mit dem Wunsch, Mitglied zu werden. Also haben wir ihn in englischer Sprache angeschrieben, unser dänisch weist da doch einige Lücken auf…

Per Madsen antwortete schnell und schrieb: „Ich habe ihren Club im Internet gefunden. Ich verwende Google Übersetzer, wenn ich den deutschen Text nicht vollständig verstehe. Einige deutsche Grundbegriffe verstehe ich.“

Er lebt im Norden Jütlands zwischen Frederikshavn und Aalborg. Jütland ist nach gängiger Lesart der westliche Teil Dänemarks, der sich auf der Kimbrischen Halbinsel befindet und sich von der deutsch-dänischen Grenze bis zur Landspitze Grenen nördlich von Skagen erstreckt. Damit wird das gesamte dänische Festland von Jütland gebildet, während sich die anderen Teile Dänemarks – unter anderem die Hauptstadt Kopenhagen auf Zealand - über Inseln erstrecken.

Per Madsen bezeichnet es als „großes Glück“ an seinem Capris als Hobby arbeiten zu können. Er besitzt einige Exemplare, darunter mit einem Mako V8 als II-er eine absolute Rarität. Er beschreibt für uns seine Sammlung und beginnt mit dem Renner aus der Schmiede von Gerd Knözinger.

„Es ist ein 3 Liter Essex mit der Fahrgestellnummer 68032. Dies ist die Mako-Nummer 32, die 1977 und mit dem Originalantrieb hergestellt wurde. Laut meinen Informationen wurden insgesamt 34 Mako II-er, und nur zwei mit Originalantrieb hergestellt. Ein Weißer für Italien sowie einer in Blau für den spanischen Markt. Der Letztgenannte befindet sich jetzt bei mir in Dänemark.“

Hinzu kommen zwei I-er. „Ein schwarzer 2300 GTXLR von 1969 ist darunter, der vollständig restauriert werden muss. Der RS wurde im Februar 1972 gebaut. Er wurde für den französischen Markt hergestellt, wie an den gelben Scheinwerfern zu sehen ist. Er landete später jedoch in Spanien, wo ich ihn aufgespürt habe. Jetzt wird er komplett restauriert.“

Nicht mehr in Madsens Besitz ist ein 2600 GTXL Automatik in der Farbe Tawny Brown mit schwarzem Vinyldach. „Den habe ich mal aus Portugal gekauft, er war komplett ungeschweißt. Heute bereichert er das Leben eines neuen sehr glücklichen Besitzers.“

Pers älterer Bruder entkam dem Capri-Virus ebenfalls nicht. „Er hat einen orangefarbenen II-er vom März 1974. Es ist ein originaler 1600 L mit nur zwei Vorbesitzern.“

Und dann gibt es noch den potentesten Mustang seiner Zeit in der Madsen-Sammlung. Den Shelby GT 500 importierte er selbst aus den USA.

„Ich freue mich darauf, möglichst viele Capri-Freunde aus Deutschland nach der Covid19-Pandemie zu treffen“, endet Per Madsens Mail.

Das hat was: Vor der „Retrovaerkstedet“ mit der Capri-Silhouette wird Pers Mako V8 vom 1600-er seines Bruders und einem I-er in Tawny Brown mit schwarzem Vinyldach flankiert. Links im Hintergrund parkt Madsens Mustang: ein Shelby GT 500.

Das hat was: Vor der „Retrovaerkstedet“ mit der Capri-Silhouette wird Pers Mako V8 vom 1600-er seines Bruders und einem I-er in Tawny Brown mit schwarzem Vinyldach flankiert. Links im Hintergrund parkt Madsens Mustang: ein Shelby GT 500.

Der schwarz-braune Kollege ist mittlerweile verkauft, der unischwarze I-er wartet auf seine Restaurierung.

Der schwarz-braune Kollege ist mittlerweile verkauft, der unischwarze I-er wartet auf seine Restaurierung.

Den RS für den französischen Markt stöberte Per Madsen in Spanien auf, er ist aktuell „in der Mache“.

Den RS für den französischen Markt stöberte Per Madsen in Spanien auf, er ist aktuell „in der Mache“.

Den RS für den französischen Markt stöberte Per Madsen in Spanien auf, er ist aktuell „in der Mache“.

Den RS für den französischen Markt stöberte Per Madsen in Spanien auf, er ist aktuell „in der Mache“.

[Text: Marc Keiterling - Fotos: Per Madsen]


Anfrage aus Malaysia

Das große Ersatzteilsortiment des CCD erfreut sich seit Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im benachbarten Ausland ist die Ware gefragt. Relativ neu ist aber das wachsende Interesse am Club durch die sozialen Netzwerke. Vor allem auf Facebook werden Fragen, Gesuche

Eigentlich war es zu erwarten, aber außergewöhnlich fand ich eine Ersatzteilanfrage von der anderen Seite der Erdkugel dann schon. Zuerst habe ich gar nicht mitbekommen, wer mir die Nachricht schreibt, aber nach kurzer Suche konnte ich feststellen, dass ein junger Mann aus Kuala Lumpur in Malaysia mit mir chattet. Alles natürlich auf Englisch, was die Sache etwas erschwerte, aber mit der heutigen Technik kein Hindernis mehr darstellt.

Er suchte auf jeden Fall einen Satz Zierleisten an Tür und Kotflügel für seinen I-er. Den hat unserer Ersatzteilmann Wolfgang Stein auf Lager und mit einen Link zum entsprechenden Ersatzteil ist es schnell erledigt, dachte ich. Kurz darauf seine Antwort: „Leider kann ich kein Deutsch lesen, kannst du mir eine Beschreibung für die Bestellung erstellen?“ Da begann erst der schwierige Teil der Arbeit! Also erst mal Screenshots von den Zierleisten, Warenkorb, Anmeldung als Kunde erstellen. Dann jedes Bild erklären und die auszufüllenden Felder beschriftet. Am Smartphone nicht ganz so einfach wie gedacht, aber mit etwas Geduld schon möglich.

Auf jeden Fall hat sich der Interessent sehr über die detaillierte Beschreibung gefreut. Zu einer Bestellung kam es (noch) nicht, für seine Verhältnisse seien die Preise „leider zu hoch“, wie er mich wissen ließ. Nun warten wir mal ab, ob irgendwann dann doch Teile aus dem CCD-Sortiment den Weg nach Malaysia finden.

CCD-Schatzmeister Dirk Appel skizzierte einem jungen Mann aus Kuala Lumpur den Weg zum Ersatzteil.

CCD-Schatzmeister Dirk Appel skizzierte einem jungen Mann aus Kuala Lumpur den Weg zum Ersatzteil.

CCD-Schatzmeister Dirk Appel skizzierte einem jungen Mann aus Kuala Lumpur den Weg zum Ersatzteil.

[Text & Screenshots: Dirk Appel]


Runder Geburtstag für ein starkes Stück

Top-Thema: 40 Jahre Ford Capri 2.8 injection

1981 lässt Ford den potentesten III-er als Volumenmodell von der Leine. Neben dem offiziell nur 200. Mal gebauten Werksturbo kommt der 2.8 injection, der bis zum Ende der Produktion im Programm bleibt, auf beachtliche Stückzahlen. Runder Geburtstag für ein starkes Stück - wir stellen dies 40 Jahre nach Produktionsanlauf in diesem Jahr in den Blickpunkt.

Dem „Zwoachter“ packte Ford eine immense Erwartungshaltung auf die Schultern. Er sollte als durchtrainierter Sportler nicht nur in die Fußstapfen des legendären „ZwosechserErrEss“ treten, sondern auch den Absatzzahlen neuen Schwung verleihen.

Eingepflanzt wurde ihm die Einspritzer-Variante aus dem Granada mit 160 PS. Innerhalb von acht Sekunden ist die 100er-Marke geschafft, die werksseitig angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 Stundenkilometern erreicht er ohne Anstrengung.

Der Sound im Innenraum ist dabei angenehm wohlig-rau, das Potenzial gut hörbar und dennoch kultiviert. Die Fahrleistungen erfordern unter anderem ein härter abgestimmtes Fahrwerk, eine straffere Federung durch die hintere Einblattfeder, sowie ein Bremsdruckregelventil gegen vorzeitiges Überbremsen der Hinterachse. Hochwertige Recaro-Sitze erhält außer ihm nur der Werks-turbo, die Alus im „Käseloch-Design“ sind später ausschließlich beim 2.8-er zu finden, eine Servolenkung gehört zur Serienausstattung.

Preisschlager zur Präsentation

Außerdem gelingt Ford zur Präsentation ein echter Preisschlager. Für 25.950 D-Mark gibt es in diesem Jahr kein weiteres Auto in der Klasse „Schneller als 200 Stundenkilometer“. Dies honoriert die Kundschaft, im ersten Produktionsjahr kommt es durchaus zu Wartezeiten, weil sämtliche sich in Produktion befindenden Exemplare bereits ein „Verkauft“-Schild tragen.

40 Jahre 2.8i - der CCD hat seine Datenbank durchforstet und die sich darin befindlichen Mitglieder angeschrieben, die ein Exemplar aus dem Präsentationsjahr besitzen. Die Bitte: Erzählt uns etwas über Euer Auto. Und, bitte!

Karlheinz Frank: Ich habe das Auto im Juli 2014 in teilrestauriertem Zustand gekauft. Der Vorbesitzer hat zuvor zehn Jahre daran geschraubt. Dann wollte er heiraten und ein Haus bauen und deshalb verkaufte er schweren Herzens seinen Capri an mich, um ihn in gute Hände weiterzugeben.

Ich machte mich sofort daran, die letzten Arbeiten - vor allem an der Technik (Elektrik, Bremsen, Vorderachse, Stirnräder und mehr) zu vollenden. Der 2.8-er Capri war schon immer mein Traum.

Ich weiß noch gut, ich war „Stift“ im dritten Lehrjahr bei Ford, als der erste Capri mit 160 PS bei uns auf dem Hof anrollte und wir die Ablieferungsinspektion durchführen durften. Für alle Mitarbeiter war es das Auto mit dem „Wow“-Effekt.

Karlheinz Frank steuert gern Treffen an und nimmt an Ausfahrten teil.

Karlheinz Frank steuert gern Treffen an und nimmt an Ausfahrten teil.

Nachdem ich alle noch notwendigen Arbeiten durchgeführt hatte, ging es natürlich fix auf die Straße. Bei einem Oldtimertreffen in Augsburg wurde ich von einem Vater angesprochen, ob ich mal den Motor anwerfen kann. Er hatte seinem Sohn immer von dem tollen Sound eines 2.8i vorgeschwärmt, aber hatte bis zu diesem Tag keine Gelegenheit, dies einmal gemeinsam zu hören. Diese Bitte wurde natürlich gerne erfüllt. Da haben sich gleich mehrere Menschen gefreut, Vater und Sohn und ich.

Solche und ähnliche Reaktionen mit dem Capri erfreuen mich und meine Frau natürlich sehr. Oft wird uns auch der „Daumen hoch“ gezeigt, wenn wir unterwegs sind. Ein besonderer Tag war auch, als wir dem Vorbesitzer den Wagen als Hochzeitsauto zur Verfügung stellten.

Der Vorbesitzer von Karlheinz Franks 2.8i verkaufte das Auto unter anderem aufgrund der bevorstehenden Heirat. Als Hochzeitsauto sah er seinen Capri dann wieder.

Der Vorbesitzer von Karlheinz Franks 2.8i verkaufte das Auto unter anderem aufgrund der bevorstehenden Heirat. Als Hochzeitsauto sah er seinen Capri dann wieder.

Solche Geschichten machen Spaß. Spaß hatte ich auch bei einer Oldtimerrallye, als ich von einem Zuschauer dies aufschnappte: „Schau - ein Ford Manta“.

Anja Merbach: Am 29. April 1981 wurde mein grüner 2.8i über den Ford-Haupthändler Porisch in Erlangen an seinen Erstbesitzer aus Herzogenaurach ausgeliefert. Es war der einzige in grün, der dort bestellt wurde. Der Capri wurde nur bei schönem Wetter für eine Sonntagsfahrt aus der Garage geholt. Zur Arbeit fuhr der Besitzer mit dem Bus.

Jeder Kundendienst und Servicecheck wurde bei Porisch ausgeführt. Die letzte Inspektion war laut Stempel bei 80299 Kilometern am 21. Juni 1990. Alle Papiere und Servicehefte, Bedienungsanleitung und Metallidentitätskarte, mit denen der Capri ausgeliefert wurde, sind vorhanden.

1991 erkrankte der Besitzer, der Capri stand angemeldet und mit einer Vollkaskoversicherung versehen in einer beheizten Garage. Auf einer seiner letzten Ausfahrten hatte der Capri einen Unfall. Der rechte Kotflügel, Motorhaube und Abschlussblech wurden erneuert und lackiert. Leider traf der Lackierer den Farbton Lightgreen-Metallic nicht, der Farbunterschied war sehr groß.

Ford-Empfehlung: Schrottplatz

Anfang 2000 verstarb der Besitzer. Die Witwe bot den Capri den Ford-Werken als Ausstellungsstück an. Da denen damals geschenkt offenbar als noch zu teuer erschien, wurde der Frau nach ihrer Darstellung die sachgerechte Entsorgung auf dem Schrottplatz empfohlen. Am 16. Oktober 2000 wurde der Capri abgemeldet. Über das Autohaus Porisch wurde danach ein Kontakt zu einem anderen Ford-Händler hergestellt. Ein dort beschäftigter Kfz-Meister kaufte den Capri und stellte ihn bei seinem Chef unter. Gefahren und zugelassen hat er ihn nicht.

Durch einen Zufall bekam ich im August 2002 Kontakt zu diesem Mann. Ich wusste nur, dass er einen 2.8i hat. Es hieß, der Wagen sei nicht zu verkaufen. Wer mich kennt – da lasse ich nicht locker. Im September 2002 durfte ich wenigstens mal zum „Schauen“ kommen. Wir fuhren also mit unserem silbernen 2.3-er los. Unterwegs sagte ich noch so in die Fahrt hinein: „Eigentlich ist mir die Farbe egal. Hauptsache nicht grün“.

Ein Bild vom 2. Oktober 2002. An diesem Tag holte Anja ihren noch zwei Monate zuvor „unverkäuflichen“ 2.8i ab.

Ein Bild vom 2. Oktober 2002. An diesem Tag holte Anja ihren noch zwei Monate zuvor „unverkäuflichen“ 2.8i ab.

Und dann stand er da, in eben dieser Farbe - trotzdem wollte ich ihn nur noch haben. Am 2. Oktober 2002 holten wir ihn ab.

Nach der Winterpause wurde der Capri über das Osterwochenende 2003 für die mittlerweile notwendige Vollabnahme vorbereitet, die am 23. April ohne Mangel erfolgte. Zwei Tage später wurde er auf das Kennzeichen FÜ-BJ 81 zugelassen. Seit 21. Oktober bewege ich ihn mit dem Oldtimersammelkennzeichen FÜ-07041.

Gleich nach der Zulassung, ab dem 26. April 2003, wurde der 2.8i komplett zerlegt, lackiert und am 3. Mai wieder komplettiert. Am 15. Mai folgte die finale Politur, die Zierstreifen wurden aufgeklebt.

Über den Begriff „Originalzustand“ gibt es viele Meinungen. Unserer ist nach meiner Auffassung schon mal kein Originaler mehr, weil er lackiert wurde. Wenngleich mit dem zeitgenössischen Autolack und nicht auf Wasserlack-Basis. Außerdem hat er geschwärzte Scheinwerfer und weiße Blinkergläser bekommen. Beides damals in Ermangelung von jeweils zwei farbidentischen Exemplaren. Mittlerweile hätten wir die Neuteile, aber er gefällt uns, so wie er ist.

„Beschissenes Grün!“

Wir waren bis heute auf unzähligen Treffen, Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen. Jede Veranstaltung war auf ihre Art schön. Ein besonderes Erlebnis war das Treffen der Free Drivers am letzten Juli-Wochenende 2004. Ich machte bei der Fahrzeugbewertung mit. Acht Bewerter prüften alles haargenau. In unserer Prüfkategorie waren über 80 Capris. Unser grüner 2.8i hat tatsächlich den ersten Platz im Wettbewerb „Schönster Capri III“ belegt. Und zwar als einziger mit zehn von zehn möglichen Punkten. Also da war ich schon mächtig stolz!

Eine lustige Anekdote habe ich noch. Ich habe an einem Radiogewinnspiel des Senders Charivari 98,6 Nürnberg teilgenommen. Am Ende fragte der Moderator Gerald Kappler: „Was machst Du sonst noch am Wochenende?“ Ich: „Wir fahren mit unserem Ford Capri auf ein Oldtimertreffen.“ Kappler: „Aaahhhh, Ford Capri kenne ich noch von früher. Die gab es doch in so einem beschissenen Grün. Welche Farbe hat Deiner?“ Ich: „Beschissenes Grün!“ Die drei Moderatoren und ich haben gebrüllt vor Lachen. Der Beitrag wurde an dem Tag stündlich wiederholt. Über diesen Farbton haben wir schon oft gelacht.

Im neuen Lack mit geschwärzten Scheinwerfern und weißen Blinkergläsern. Zunächst nur in Ermangelung guter Originalteile montiert, gefallen sie Anja längst.

Im neuen Lack mit geschwärzten Scheinwerfern und weißen Blinkergläsern. Zunächst nur in Ermangelung guter Originalteile montiert, gefallen sie Anja längst.

Eine komplett erhaltene Dokumententasche inklusive Metallidentitätskarte ist selten.

Eine komplett erhaltene Dokumententasche inklusive Metallidentitätskarte ist selten.

„Ich habe alles genau ausgemessen, damit die Zierstreifen wieder auf den Millimeter aufgeklebt werden konnten. Die Zierstreifen habe ich damals in England bestellt. Natürlich noch einen zweiten Satz, falls mal was ist“, sagt Anja.

„Ich habe alles genau ausgemessen, damit die Zierstreifen wieder auf den Millimeter aufgeklebt werden konnten. Die Zierstreifen habe ich damals in England bestellt. Natürlich noch einen zweiten Satz, falls mal was ist“, sagt Anja.

Die „Käseloch-Felge“ ist dem 2.8i vorbehalten.

Die „Käseloch-Felge“ ist dem 2.8i vorbehalten.

Warum ist der 2.8i nun der Capri für mich? Viele von Euch wissen, dass ich mehrere Capris besitze. Ich fahre sie alle sehr gern. Dennoch ist der „Zwoachter“ mein Lieblingskind, er war eben schon immer mein Traum. Und ganz grundsätzlich: Der Capri ist absolut Kult und ein Statement der 80-er!

[Text: Marc Keiterling & Besitzer - Fotos: Karlheinz Frank, Anja Merbach & Christian Bittmann]


Motorisierungen Ford Capri

Motorisierungen für den Ford Capri.

Hier sind chronologisch von den Ford Werken gebauten und ausgelieferten Motoren aufgeführt.

  1. Ford Capri 1300 (1969-1974) mit 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner (37 kW/50 PS bzw. 40 kW/55 PS bzw. 40 kW/54 PS)
  2. Ford Capri 1500 (1969-1973) mit 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner (44 kW/60 PS bzw. 48 kW/65 PS)
  3. Ford Capri 1600 (1972-1974) mit 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner (50 kW/68 PS bzw. 53 kW/72 PS bzw. 65 kW/88 PS)
  4. Ford Capri 1700 (1969-1972) mit 1,7-Liter-Vierzylinder-Benziner (55 kW/75 PS)
  5. Ford Capri 2000 (1969-1974) mit 2,0-Liter-V6-Benziner (63 kW/85 PS bzw. 66 kW/90 PS)
  6. Ford Capri 2300 (1969-1974) mit 2,3-Liter-V6-Benziner (79 kW/108 PS bzw. 92 kW/125 PS)
  7. Ford Capri 2600 (1970-1974) mit 2,6-Liter-V6-Benziner (92 kW/125 PS bzw. 110 kW/150 PS)
  8. Ford Capri 3000 (1972-1974) mit 3,0-Liter-V6-Benziner (103 kW/140 PS)
  9. Ford Capri II 1300 (1974-1978) mit 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner (40 kW/55 PS bzw. 40 kW/54 PS)
  10. Ford Capri II 1600 (1974-1978) mit 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner (50 kW/68 PS bzw. 53 kW/72 PS bzw. 65 kW/88 PS)
  11. Ford Capri II 2000 (1974-1978) mit 2,0-Liter-V6-Benziner (66 kW/90 PS)
  12. Ford Capri II 2300 (1974-1978) mit 2,3-Liter-V6-Benziner (79 kW/108 PS)
  13. Ford Capri II 3000 (1974-1978) mit 3,0-Liter-V6-Benziner (101 kW/138 PS)
  14. Ford Capri III 1.6 (1978-1983) mit 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner (50 kW/68 PS bzw. 53 kW/72 PS bzw. 54 kW/73 PS)
  15. Ford Capri III 2.0 (1978-1981) mit 2,0-Liter-V6-Benziner (66 kW/90 PS)
  16. Ford Capri III 2.0 (1978-1986) mit 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner (74 kW/101 PS)
  17. Ford Capri III 2.3 (1978-1986) mit 2,3-Liter-V6-Benziner (79 kW/108 PS bzw. 84 kW/114 PS)
  18. Ford Capri III 2.8i (1981-1986) mit 2,8-Liter-V6-Benziner (118 kW/160 PS)
  19. Ford Capri III 2.8 Turbo (1981-1982) mit 2,8-Liter-V6-Benziner (138 kW/188 PS)
  20. Ford Capri III 3.0 (1978-1981) mit 3,0-Liter-V6-Benziner (101 kW/138 PS)

[Text: Frank Lehmann]


Ford Capri - Eine Chronik

Nehmt Euch ein wenig Zeit, um die Ford Capri Chronik in Ruhe zu lesen. Häufig sind es die kleinen Dinge, die erst beim näheren Lesen auffallen. Ich habe das gesammelte Material in eine zeitliche Reihenfolge gebracht und möchte Euch mit diesen Informationen mit der Vergangenheit unseres geliebten Ford Capri vertraut machen. Diese Chronik wird weiter ergänzt.

1961:

In Großbritannien debütiert der Ford Consul Capri als sportliches Coupé des Ford Consul Classic. Gebaut wird dieser Capri bis 1964. Zuvor gab es außerdem von 1952-1959 in drei Generationen den amerikanischen Lincoln Capri

1964:

Ende des Jahres auf Veranlassung aus Dearborn in Großbritannien Entwicklungsstart für das Projekt Colt, ein 2+2-sitziges Coupé

1966:

Das Projekt Colt geht in die Finalisierung und wird als familientaugliches Coupé ausgelegt. Im März Designfestlegung. Das Exterieur für die Prototypen zeichnete John Falls, John Hitchman war Gesamtentwicklungsleiter. Deutschland wird erst spät in den Entscheidungsprozess einbezogen

1968:

Ab November Fertigungsanlauf des Capri in Köln und England (Halewood)

1969:

Am 21. Januar feiert der Ford Capri in der Bonner Beethovenhalle seine Pressepremiere als Capri 1300 (V4, 50 PS), 1500 (V4, 60 PS), 1700 GT/R (V4, 75 PS), 2000 (V6, 85 PS), 2000 R (V6, 90 PS) und 2300 GT/R (V6, 108 PS). Publikumsdebüt auf dem Brüsseler Salon ab dem 24. Januar. Im September ergänzt ein 125-PS-Motor für den 2300 GT/R das Programm. International wird der Capri auch mit anderen Motoren ausgeliefert, so in Großbritannien mit 1,3-Liter, 1,6-Liter und 2,0-Liter-Vierzylindern sowie 3,0- und 3,1-Liter-Sechszylindern. Der Kölner Karossier Deutsch bietet bis 1972 Cabriolet-Umbauten des Capri an. Dank des neuen Capri erzielt Ford Deutschland eine Produktionssteigerung um 61 Prozent und 15,6 Prozent Marktanteil. Allein der Capri erreicht in Deutschland 3,7 Prozent Marktanteil

1970:

Im April beginnt der Vertrieb des Ford Capri in Südafrika (zeitweise auch mit 5,0-Liter-V8) und in Nordamerika. In den USA ist der von Mercury angebotenen Capri zeitweise das meistverkaufte Fahrzeug hinter dem VW Käfer. Auf dem Genfer Salon debütiert im März der Ford Capri 2600 RS als Motorsportversion. Im September neu geordnetes Programm aus Capri 1300, 1500 (V4, jetzt mit 65 PS), 1700 GT, 2000 GT (V6, 90 PS), 2300 GT (V6 108 PS) und 2600 GT (V6, 125 PS). Auf Basis des 2300 GT sowie 2600 GT entwickelt der Ingenieur Michael May eine Turbo-Kit-Version, die über Ford-Händler wie die Schwabengarage vertrieben wird. Im Dezember debütiert der RS 2600 als Straßenversion (V6-Einspritzmotor, 150 PS). In diesem Jahr werden allein in Deutschland 169.740 Ford Capri gebaut

1971:

Im März startet zusätzlich in Saarlouis die Capri-Produktion. Ford beteiligt sich werksseitig mit zwei Renntourenwagen an der Tourenwagen-Europameisterschaft und mit einem Exemplar an der Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft. Die Ergebnisse sprachen für sich: Auf internationaler Bühne holte Dieter Glemser den Titel, im deutschen Wettbewerb fuhr Jochen Maas mit dem Maximalergebnis von acht Siegen in acht Läufen den Gesamtsieg ein

1972:

Die Ford Capri dominierten fast überall nach Belieben und vergrößerten ihre Erfolgsbilanz um die Deutsche Automobil-Rennsportmeisterschaft (Hans-Joachim Stuck), die Europa-Tourenwagen-Meisterschaft (Jochen Maas), die Plätze eins und zwei beim 24- Stunden-Klassiker von Le Mans und einen Dreifachsieg beim 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps. Im September Facelift und Debüt als Capri ’73, erkennbar an größeren Scheinwerfern und Rückleuchten etc. sowie einem modifizierten Typenprogramm. Ablösung der V4-Motoren durch OHC-Reihen-Vierzylinder und Entfall des 90-PS-V6. Neu ist dafür ein 3,0-Liter-Essex-V6

1973:

Mit 233.000 verkauften Exemplaren ist dieses Jahr das erfolgreichste Jahr für den Capri. Im August wird der einmillionste Capri ausgeliefert. Im Dezember endet die Produktion der ersten Generation. Allein in Deutschland wurden 784.000 Capri I gebaut, davon 560.000 Einheiten exportiert

1974:

Im Februar Vorstellung und Marktstart des Capri II, einer Weiterentwicklung des Capri I, jetzt jedoch als modisches Kombi-Coupé mit Heckklappe

1975:

Modellpflegemaßnahmen im Februar, dabei serienmäßige Stahlgürtelreifen, Bremskraftverstärker und heizbare Heckscheibe für Capri L, Kopfstützen ab Capri XL und Capri GT mit Automatik-Sicherheitsgurten. Im Dezember Produktionseinstellung in den englischen Werken Halewood und Dagenham nachdem bereits kurz zuvor die Produktion in Saarlouis endete. Fortan kommen alle für Großbritannien bestimmten Capri aus Kölner Produktion

1976:

Die auf dem Genfer Salon gezeigte Studie Modular Aerodynamics nimmt die Designmodifikationen des zwei Jahre später lancierten Capri III vorweg. Ab März sind Verbundglas -Frontscheibe und Automatiksicherheitsgurte Serie. Im Mai kleines Facelift und neue Version Capri S. Optisch zu erkennen u.a. an schwarzen Schwellern und Seitendekorelementen. Für Capri S außerdem Frontspoiler und straffere Fahrwerksabstimmung. Neu im Programm ist der 2,0-Liter-V6 mit 66 kW/90 PS

1977:

Ende des Jahres wird der Capri nach 513.500 dort verkauften Exemplaren vom US-amerikanischen Markt genommen

1978:

Im März debütiert auf dem Genfer Salon ein gründlich modifizierter Capri als Capri ´78 bzw. als Capri III. Markant sind die neue Frontgestaltung, das überarbeitete Heck und ein Motorenprogramm, das erst beim 1,6-Liter-Benziner beginnt. Am Vortag des Formel-1-Grand Prix von Deutschland feiert der Capri Turbo als Renntourenwagen seine Rückkehr. Der Vierzylinder-Turbo mit 1,4-Liter-Hubraum leistet 380 PS und gewinnt 1979 zehn von elf Läufen der Deutschen Rennsport Meisterschaft

1979:

Überarbeitetes Motorenprogramm mit zusätzlichem 2,0-Liter-Vierzylinder (zunächst im Sondermodell Capri GT 4) sowie überarbeiteten 2,0- und 2,3-Liter-Sechszylindern und 1,6-Liter-Vierzylinder

1980:

Entfall Capri 1.6 mit 68 PS. Im Rennsport tritt Klaus Ludwig mit einem 580 PS leistenden Capri Turbo gegen den etwa 200 PS stärkeren Porsche 935 an. Trotz zahlreicher Erfolge erringt Ludwig nicht den Titel, denn der Heckflügel des Capri wird als nicht regelkonform bewertet

1981:

Im Februar ersetzt der Capri 2.8 injection den 3,0-Liter-Capri. Im Juli wird der 2,0-Liter-V6 eingestellt. Im gleichen Monat wird der Capri Turbo mit 2,8-Liter-Vergaser-Sechszylinder und 188 PS Leistung neues Spitzenmodell. Klaus Ludwig gewinnt mit einem 510 PS leistenden Turbo-Capri den Titel der Deutschen Rennsport Meisterschaft

1983:

Ab April alle Capri mit 5-Gang-Getriebe sowie weitere kleine Modellpflegedetails. Im August neu geordnetes Programm aus Capri GT (101 PS), Capri S (114 PS) und Capri 2.8i (160 PS). Produktionsstart des 225 km/h (von Null auf 100 km/h in gut sechs Sekunden) schnellen englischen Tickford-Capri mit 153 kW/208 PS starkem 2,8-Liter-V6-Turbo

1984:

Ab April nur noch Capri Super GT (101 PS) und Capri Super injection (160 PS) mit erweiterter Serienausstattung

1985:

Im April wird der Capri vom deutschen Markt genommen, nachdem die Produktion der Linkslenker schon im November 1984 endete. Weiterhin gebaut wird der Capri aber in Köln als Rechtslenker

1986:

Im Dezember endet die Fertigung des Ford Capri als Rechtslenker

1987:

Auch in Großbritannien wird der Capri aus dem Programm genommen. Auslieferung des letzten Tickford-Capri. Insgesamt wurden von allen drei Capri-Generationen 1.900.678 Einheiten gebaut

1989:

In Australien wird bis 1994 ein auf dem Mazda 323 basierender Roadster unter der Bezeichnung Ford Capri produziert und auch nach Deutschland exportiert

2016:

Die Briefmarkenserie „klassische deutsche Automobile“ widmet ein Motiv der ersten Generation des Ford Capri

2017:

30 Jahre nach Fertigungsende sind alle Ford Capri Oldtimer Kandidaten für das H-Kennzeichen

2019:

Ford, die Clubszene und die Capri-Community feiern das 50. Jubiläum des Sportcoupés bei Ausstellungen, Messen und Klassiker-Rallyes

[Text: Frank Lehmann]


Die Farben der Eifel

Für die Fernseh-Sendereihe „Hierzuland“ in der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz stellte Dieter Johannes alle Capris auf den Hof, die an diesem Tag gerade greifbar waren.

Für die Fernseh-Sendereihe „Hierzuland“ in der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz stellte Dieter Johannes alle Capris auf den Hof, die an diesem Tag gerade greifbar waren.

„Hierzuland“ ist eine seit mehr als 22 Jahren täglich im SWR-Fernsehen ausgestrahlte Sendereihe innerhalb der Landesschau Rheinland-Pfalz. Die jeweiligen Sendungen sind sechs bis sieben Minuten lang. In jeder Episode wird ein Ort in Rheinland-Pfalz kurz porträtiert. Meist wird dabei auf außergewöhnliche Einwohner, spezielle Gruppen und Vereine des Ortes eingegangen.

Autorin Stefanie Fink nahm im September letzten Jahres die Brunnenstraße in Oberscheidweiler ins Visier. Der Ort liegt im Landkreis Bernkastel-Wittlich in der Südeifel. Die Gemeinde thront auf einem Höhenzug zwischen zwei Bachtälern und ist von viel Wald und Natur umgeben. Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt und bei Touristen beliebt.

Nur 180 Menschen leben in Oberscheidweiler, von den Bewohnern liebevoll „Owerschepa“ genannt. Da ist die Anzahl der Straßen naturgemäß überschaubar. Die Brunnenstraße, die, leicht ansteigend, den Ort nach Nordwesten begrenzt, beherbergt neben Privathäusern, Kirche und Bürgerhaus auch ein paar Gewerbebetriebe.

Für die Farbtupfer sorgen unter anderen die Kräutergärtnerei von Julia Moll, die trecker-verliebte Familie Hayer und die Capri-Garage von CCD-Mitglied Dieter Johannes. Sie alle waren im „Hierzuland“ am 2. Oktober 2020 zu sehen.

Erneut rückten Capris in den Blickwinkel eines Fernsehteams.

Erneut rückten Capris in den Blickwinkel eines Fernsehteams.

Dieter Johannes: „An einem schönen sommerlichen Tag besuchte mich eine noch schönere Autorin des SWR. Wie sich herausstellte hatte sie die Absicht über die Farbenbracht in der Brunnenstraße, in der ich wohne, einen Film zu drehen. Da wir ein kleines Dorf sind, war ich natürlich sofort dabei. Es lohnt sich den gesamten Beitrag anzuschauen, denn neben den Capris finden sich auch Traktoren, ein Metallverarbeitungsbetrieb und meine Lieblingsnachbarin mit ihrem Kräutergartengeschäft in diesem Beitrag.

Am Tag der Aufnahmen haben wir natürlich alle greifbaren Capris bei mir auf dem Hof aufgereiht. Zum farbigen Thema passend sollte natürlich ein rotes Auto gefahren werden. Da ich nicht jeden Tag interviewt werde, stellte ich mich auch dementsprechend an. Wer sich den Beitrag anschaut sollte nicht glauben, dass die Dreharbeiten über eine Stunde dauerten. Dafür war der Ausklang mit dem gesamten Fernsehteam umso entspannter.“

Dieter Johannes in seiner Capri-Garage.

Dieter Johannes in seiner Capri-Garage.

Der komplette Beitrag ist über die Homepage der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz unter hier abrufbar. Wer nur unser Clubmitglied Dieter sehen möchte, findet die gekürzte Fassung hier.

Der rote Breitbau-Capri sorgte für einen Farbtupfer in der Brunnenstraße zu Oberscheidweiler.

Der rote Breitbau-Capri sorgte für einen Farbtupfer in der Brunnenstraße zu Oberscheidweiler.

Der rote Breitbau-Capri sorgte für einen Farbtupfer in der Brunnenstraße zu Oberscheidweiler.

Der rote Breitbau-Capri sorgte für einen Farbtupfer in der Brunnenstraße zu Oberscheidweiler.

[Text: Dieter Johannes & Marc Keiterling - Fotos: Kirsten Schmidt]